Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Elektrobiologie: Die Lehre von den elektrischen Vorgängen im Organismus auf moderner Grundlage dargestellt
Person:
Bernstein, Julius
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39671/132/
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die entsprechende Wärmemenge berechnet werden. Mit Hilfe 
eines Sekundenpendels wurde das Organ von seinen Nerven aus 
durch Induktionsströme 1 Sekunde lang tetanisch gereizt. Die 
Wärmeenergie der entstehenden Schläge wurde mit einem eigens 
konstruierten Luftthermometer bzw. -kalorimeter gemessen. Das¬ 
selbe besteht nach dem Muster des Ei eß sehen elektrischen Luft¬ 
thermometers, wie Fig. 41 angibt, aus einer Kapillarröhre t 
(0,61 mm Durchmesser), welche auf der einen Seite in ein Gefäß g, 
auf der anderen in die elektrische Birne B mit Kohlenfaden über¬ 
geht. Wird Gefäß und 
Röhre mit Flüssigkeit 
gefüllt (alkoholische 
Methylenblaulösung), 
der Hahn a geschlos¬ 
sen und werden die 
Ströme der Organe 
während 1 Sekunde 
durch den Kohlen¬ 
faden geleitet, so 
erhält man vom elek¬ 
trischen Organ oft 
Ausschläge der Flüs¬ 
sigkeitssäule bis über 
100 mm. Das In- 
strument wurde mit Luftthermometer zur Messung der Stromwärme 
des Schlages (Bernstein und Tschermak). 
Sekundenströmen be¬ 
kannter Intensität nach der Formel für die Strom wärme 
q = 0,2394fi.iv empirisch graduiert, und so konnte die äußere 
Stromenergie Se der Schläge der Organe berechnet werden '). 
Die Anordnung der Versuche ist in Fig. 42 schematisch wieder¬ 
gegeben. 0 ist der Kasten, in welchem die Organe eingeschlossen 
sind. Sie werden von beiden Seiten, oben und unten, mit unpolari- 
0 In späteren Versuchen wird man gut tun, genaue Kalorimeter 
zu benutzen, für die äußere Stromenergie ein Eiskalorimeter ; für die 
Organe aber müßte ein Kalorimeter nach dem Prinzip des Eiskalori- 
meters für mittlere Temperaturen erst erfunden werden (alle bisherigen 
Wasser- oder Luftkalorimeter sind nicht genau genug). Dann könnte 
man die Beizung periodisch bis zur Erschöpfung fortsetzen und würde 
im ganzen größere Wärmewerte gewinnen.
        

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