Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Elektrobiologie: Die Lehre von den elektrischen Vorgängen im Organismus auf moderner Grundlage dargestellt
Person:
Bernstein, Julius
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39671/12/
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Lange Zeit war die Ableitung der Ströme von den tierischen 
Organen eine unvollkommene, weil polarisierbare. Man tauchte 
Platinelektroden in konzentrierte CI Na - Lösung und brachte 
zwischen die Organe und CINa-Lösung indifferente Flüssigkeiten, 
wie Eiereiweiß, welche die Organe nicht angriffen. Die Ungleich¬ 
artigkeit und Polarisierbarkeit derselben stellten aber der Unter¬ 
suchung viele Schwierigkeiten entgegen, da schwache Ströme durch 
Polarisation der Platinplatten aufgehoben werden. Erst später 
konstruierte du Bois-Reymond die jetzt gebräuchlichen unpolari- 
sierbaren Elektroden, welche aus amalgamiertem Zink in kon- 
Fig. 1. 
Unpolarisierbare Elektroden von E. du Bois-Reymond. 
zentrierter Zn S04-Lösung und physiologischer CINa-Lösung, 
0,6 bis 0,8 Proz., welche die Organe nicht angreift, zusammen¬ 
gesetzt sind. Fig. 1 gibt die gebräuchliche Form derselben wieder. 
Sie bestehen aus zwei platten Röhrchen, welche unten mit einer 
Tonspitze aus reinem Modellierton geschlossen werden, der mit 
physiologischer Kochsalzlösung getränkt ist. In die Röhrchen 
wird die ZnS04-Lösung eingefüllt, in welche die Zinkelektroden 
eintauchen. Diese Elektroden sind unpolarisierbar, da sie in 
bezug auf das Kation Zn+ + umkehrbar sind. Zn wandert von der 
Anode zur Kathode und scheidet sich in letzterer ab, während 
S04 nach der Anode wandert und dort Zn auflöst. Es ändern 
sich nur die Konzentrationen der Zn-Lösungen an den Elektroden 
durch die verhältnismäßig schwachen Ströme in sehr geringem 
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