Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Elektrobiologie: Die Lehre von den elektrischen Vorgängen im Organismus auf moderner Grundlage dargestellt
Person:
Bernstein, Julius
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39671/117/
108 
Sechstes Kapitel. 
Die elektrischen Organe. 
Die wunderbare Fähigkeit der Zitterfisehe, elektrische Schläge 
zu erteilen, ist schon seit alter Zeit bekannt. Dieselben bedienen 
sich dieses Mittels als Schutz und Waffe gegen die Angriffe anderer 
Tiere. Es gibt hauptsächlich drei Arten solcher Fische, erstens 
den Zitterrochen, Torpedo, welcher im Mittelmeer vorkommt, 
zweitens den Zitterwels, Malapterurus, welcher sich in den 
Flüssen Nordafrikas vorfindet, und drittens den Zitteraal, 
Gymnotus electricus, welcher in den Flüssen der tropischen 
Zonen Afrikas und Südamerikas lebt. Daß der Schlag des letz¬ 
teren nach den älteren Berichten von HumKoldt Pferde zu 
töten vermag, hat sich zwar nicht bestätigt, doch sind die Schläge 
desselben außerordentlich kräftig. 
Diese Tiere besitzen elektrische Organe, welche durch Nerven 
versorgt und ebenso wie die Muskeln willkürlich in Tätigkeit 
versetzt werden. Beim Zitterrochen liegen diese Organe zu 
beiden Seiten des Kopfes (s. Fig. 34 a) von den beiden Seiten¬ 
flossen begrenzt, etwa handtellergroß und platt, die ganze 
Dicke des Körpers einnehmend, und werden von vier starken 
Nerven versehen, welche aus dem elektrischen Lappen des Ge¬ 
hirns stammen. Das Organ ist aus sechsseitigen Säulen zu¬ 
sammengesetzt, welche, wie man auf dem Querschnitt Fig. 34b 
sieht, senkrecht zur Längsrichtung des Körpers dicht neben¬ 
einander stehen. Diese zerfallen wieder der Quere nach in eine 
große Zahl von Scheiben, welche durch Querwände voneinander 
geschieden sind. Die Nervenäste dringen zwischen den Säulen 
überall ein und die Fasern derselben treten in die Querwände 
ein, um sich mit einer Seite der Scheiben zu verbinden. Diese 
Seite ist beim Zitterrochen durchgehends die Bauchseite. Sie 
wird, wie die Untersuchung gelehrt hat, beim Schlage negativ 
(s. Fig. 34 b). 
Beim Zitterwels umgibt das elektrische Organ mantelartig 
den mittleren Teil des Körpers (s. Fig. 35). Es besteht ebenfalls aus
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.