Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Elektrobiologie: Die Lehre von den elektrischen Vorgängen im Organismus auf moderner Grundlage dargestellt
Person:
Bernstein, Julius
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39671/100/
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Konzentrationskette zu tun haben, so müßte sich nach der Theorie 
nicht nur ein positiver Temperaturkoeffizient ergeben, sondern es 
müßte sich dann heraussteilen, daß die elektromotorischen Kräfte 
den absoluten Temperaturen annähernd proportional wachsen, 
vorausgesetzt, daß mit wechselnder Temperatur keine wesentliche 
Änderung in der Zusammensetzung dieser Kette eintritt. Zur 
Untersuchung diente die in Fig. 30 abgebildete Einrichtung. In 
dem Glasgefäße G G lag der Muskel unter Öl den mit 0,6 proz. 
CINa-Lösung getränkten Elektrodenstäben EE aus gebranntem 
Ton mit Längs- und Querschnitt an; ein Thermometer T gab 
die Temperatur an, welche durch ein Wasserbad variiert wurde. 
Die Versuche ergaben, daß zwischen den Temperaturen 0 
bis 32°C die elektromotorischen Kräfte den absoluten 
Temperaturen annähernd proportional sind, und zwar mit 
einer Genauigkeit, wie sie bei dem leicht veränderlichen Zustande 
eines lebenden Organes nicht besser erwartet werden kann. Zwi¬ 
schen den Grenzen 0 und 20° C fallen die berechneten Werte etwas 
niedriger aus als die beobachteten; zwischen den Grenzen 18 bis 
32° C ist das Umgekehrte der Fall, wie folgende Tabellen zeigen: 
Nr. 
T, 
In Kompensatorgraden 
Abweichung 
Proz. 
E1 
J| 
beobachtet 
E, 
berechnet 
1 
276,7 
290,5 
459,65 
498,1 
482,57 
+ 3,22 
2 
281,25 
290,93 
285,27 
311,2 
295,04 
+ 5,14 
3 
280,37 
292,61 
449,60 
483,98 
469,24 
+ 3,14 
4a 
278,8 
292,8 
441,57 
482,40 
463,74 
-P 4>2 
4ü 
276,00 
292,92 
406,75 
435,85 
431,71 
4- 0,94 
5 
292,49 
303,37 
502,17 
514,29 
520,84 
— 1,27 
6 
292,04 
304,01 
450,45 
467,66 
468,96 
— 0,28 
Hierin bedeuten T1 und 7', die absoluten Temperaturen, 
zwischen denen möglichst schnell gewechselt wurde; Ex und _E2 
die beobachteten Kräfte in Kompensatorgraden und E% ber. die 
nach der Proportion Tx: T2 = Ex ; berechnete Kraft. 
Noch bessere Übereinstimmung mit dieser Proportion wurde 
erzielt, wenn nicht zwischen zwei differenten Temperaturen ge¬ 
wechselt wurde, sondern eine allmähliche Erwärmung und Ab¬ 
kühlung stattfand, und wenn zugleich die mit der Zeit auch bei
        

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