Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Elektrobiologie: Die Lehre von den elektrischen Vorgängen im Organismus auf moderner Grundlage dargestellt
Person:
Bernstein, Julius
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39671/10/
Erstes Kapitel. 
Historisches und Einleitung'. 
Nachdem Galvani im Jahre 1786 beobachtet hatte, daß 
Zuckungen in den Muskeln auftreten, wenn man dieselben oder 
ihre Nerven mit einem Bogen zweier Metalle, z. B. aus Zink und 
Kupfer, berührt, glaubte man eine Zeitlang damit das Vorhanden¬ 
sein einer tierischen Elektrizität entdeckt zu haben, die in diesen 
Organen als Lebenskraft wirke. Bei Gelegenheit eines Gewitters 
stieg er auf die Terrasse seines Hauses in Bologna, um den Ein¬ 
fluß der atmosphärischen Elektrizität auf tierische Organe zu 
untersuchen, und hing an dem eisernen Gitter der Terrasse mit 
einem Metallhaken frisch präparierte Froschschenkel auf. Die 
bei zufälligen Berührungen der Schenkel mit beiden Metallen auf¬ 
tretenden Zuckungen waren der denkwürdige Ausgangspunkt einer- 
großen Reihe von Untersuchungen, welche zu den bekannten Ent¬ 
deckungen Voltas führten. Obgleich dieser überzeugend nach¬ 
wies, daß jene Zuckungen nicht die Folge einer Muskel- und 
Nervenelektrizität seien, sondern durch den Strom entstehen, den 
die Metalle mit den Organen als feuchten Leitern erzeugen, so 
hielt Galvani doch an seiner Überzeugung fest. Aber auch die 
von ihm beobachteten Zuckungen, welche bei Anlegung eines 
Bogens aus ein und demselben Metall entstehen können, erklärte 
Volta ebenfalls durch die Ungleichartigkeiten desselben Metalles 
an den berührten Stellen, was sich auch späterhin vollkommen 
bestätigte. Nichtsdestoweniger fand Galvani bei seinen rastlosen 
Bemühungen, seine Theorie zu stützen, einen merkwürdigen Ver¬ 
such, die „Zuckung ohne Metalle“, welche allerdings, wie sich 
erst später, namentlich durch die Untersuchungen du Bois- 
Reymonds herausstellte, ein wirklicher Beweis für das Vor- 
Bernstein, Elektrobiologie. i
        

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