Bauhaus-Universität Weimar

Das fortlaufende Rechnen nach Kraepelin 
1651 
Täglicher Übung s Zuwachs. 
Gruppe 
I 
Gruppe 
II 
Gruppe 
III 
Zahlen 
% 
Zahlen 
O/ 
/o 
Zahlen 
o/ 
/o 
A 
145-2 
10-0 
18-0 
0-7 
31-8 
1-1 
B 
150-2 
12-2 
55-8 
2-6 
42*2 
1-9 
C 
43-6 
3-6 
12-8 
0-8 
10-8 
0*6 
Wie erwähnt, zeigte die Differenz der Leistungen aufeinander¬ 
folgender Tage den Übungsfortschritt vermindert um den inzwischen 
erfolgten Übungsverlust an. Um diesen quantitativ zu be¬ 
messen, hat man Pausenversuche durchgeführt. Schaltet man im 
Verlaufe einer Tagesarbeit etwa nach einer halben Stunde eine 
Pause ein, so findet durch sie je nach ihrer Länge ein mehr oder 
weniger großer Ausgleich der Ermü dungs Wirkung statt. Als gün¬ 
stigste Pause gilt dabei jene, in welcher der durch den teilweisen 
Ausgleich der Ermüdung bewirkte Zuwachs gegenüber dem Verlust 
der Anregung und der Einbuße an Übung verhältnismäßig am 
größten ist. Berechnet man nun aus der Zunahme der Leistung 
nach der günstigsten Pause die Leistung für den folgenden Tag, 
so ergibt die Differenz gegenüber dem tatsächlich erhaltenen Wert 
ein Maß für den innerhalb von 24 Stunden erfolgten Übungs¬ 
verlust. Lindley hat für zwei seiner Versuchspersonen nach der 
günstigsten Pause einen Übungsgewinn von 4*8 und 3‘1% be¬ 
rechnet und darnach die in der umstehenden Tabelle enthaltenen 
Werte für den täglichen Übungsverlust gewonnen. 
Versuchs¬ 
person 
D urchschnitt sleist ung 
Durchschnittsleistung der ersten halben Stunde 
der zweiten halben am folgenden Tag 
Stunde 
Berechnet Gefunden 
A 2916 3055 2868 
B 2376 2449 2399 
Täglicher 
Übungsverlust 
187 
50 
Eine Verfolgung des Übungsverlustes über weitere Zeit¬ 
strecken ergibt, daß die Größenwerte in einer ähnlichen Kurve 
zu denken sind wie sie Ebbinghaus für das Schwinden der Er¬ 
innerungsbilder entworfen hat. Amberg stellte fest, daß der Verlust 
einmal erworbener Übung verhältnismäßig sehr langsam, in län¬ 
geren Zeitstrecken erfolgt und im Gegensatz zu dem anfangs 
außerordentlich rasch stattfindenden Abfalle steht. 
Die Ermüdung beeinträchtigt die Arbeitsleistung in 
individuell verschiedener Weise. Ein Maß für diese Wirkung ist in 
der Schnelligkeit und Ausgiebigkeit zu suchen, mit der die Leistungs¬ 
fähigkeit einer Versuchsperson nach dem Aussetzen der Arbeit 
sich wieder herstellt. Eür die quantitative Berechnung ist der 
Ausgangspunkt von der günstigsten Pause zu nehmen. Vergleicht
        

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