Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Methoden der Psychologie des Gefühlslebens
Person:
Störring, Gustav
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39662/448/
1572 
Gr. Störring 
Ähnlich steht es in folgendem Protokoll: 
1. 59. Beizwort „Landhaus”. Emotionelle Stellungnahme -f- 
Werturteil gefordert. 
Zuerst ein sehr eingehendes Beferat über emotionelle Wert¬ 
schätzung: „Für mich ist ein Landhaus wertvoll und erstrebens¬ 
wert”. 
„Um nun der Anweisung zu entsprechen, sagte ich mir, ich 
muß jetzt zusehen, inwiefern in solchem Landhaus überhaupt 
im allgemeinen ein Wert ist. Denke an den Gegensatz zum Stadt¬ 
getöse, Zusammensein mit der Natur, gesundheitliche Buhe, frische 
Lust, gute Erholung für geistige Arbeiter. Da sagte ich mir: ,,Das 
sind Gesichtspunkte, die allgemeinen Wert beanspruchen. Stellt 
-es für Leute einen Wert dar, die ein Landhaus nicht vermissen? 
Ich erkannte allgemeine soziale und gesundheitliche Werte im 
Landhaus auch für Leute, die es nicht zu schätzen wissen!” 
Bei Behandlung der Frage, ob ein Land¬ 
haus allgemein als wertvoll gelten könne, 
wird diese Auffassung der Allgemeingültig¬ 
keit dadurch zu rechtfertigen gesucht, daß 
auf die Förderung der Bealisierung von „so¬ 
zialen” und „gesundheitlichen” Werten h in¬ 
gewiesen wird, die das Leben im Landhaus 
mit sich bringen kann. 
2. Die abgeleiteten spezifischen emotionellen Werturteile 
weisen sodann eine teleologische Ableitung auf, und zwar eine 
subjektiv-teleologische. Ich spreche von subjektiv¬ 
teleologischer Ableitung, wo nicht über eine Zweckmäßigkeit in der 
Natur diskutiert wird, sondern wo Mittel - Zweck - 
Setzungen bei einer Ableitung vorliegen. 
Das stellt sich z. B. dar in einem Protokoll mit dem Beiz wort 
„Erholung”, wo die Erholung als allgemeingültiger Wert charak¬ 
terisiert wird, sofern sie als Mittel zum Zweck der 
Förderung geistiger Arbeit aufgefaßt wird. 
3. Man findet sodann bei den abgeleiteten spezifisch-emotio¬ 
nellen Werturteilen auch noch eine logische Ableitung 
von Werturteilung aus allgemeinen Normen. 
Ich gebe zunächst einen Fall. 
II, 1. Beiz wort Tanz, Versuchsperson G. Emotionelle 
Stellungnahme -j- Werturteile gefordert. 
„Akustische Aufnahme . . . Bedeutungserfassung . . . Denke an 
Gesellschaft und Tanzabend: Dabei zwiespältiges Gefühl, lust- 
und unlustbetonte; die unlustbetonten Gefühle überwogen. Die 
Unlust brachte die Tendenz des Ab Wendens mit sich . . . Jetzt 
dachte ich an Tanz, dachte mich als tanzend, die Bewegungen der 
Musik angepaßt. Die Lust wurde stärker, sie wurde bezogen auf die
        

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