Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Methoden der Psychologie des Gefühlslebens
Person:
Störring, Gustav
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39662/438/
1562 
G-. Störring 
Wo aber ein kausaler Gedanke bei diesen 
Wertschätzungen vorhanden ist, da ist mit 
„Wert”, „wertvolles Objekt” ein Etwas ge¬ 
meint, das unter den hier gegebenen indi¬ 
viduellen Bedingungen einen 1 u s tgefärbten 
Gefüh 1szustand ausgelöst hat und dadurch 
Gegenstand einer positiven Wertschätzung 
geworden ist. Wir haben es hier natürlich immer noch mit 
einem primitiven Wert zu tun. 
In den Fällen, wo bei diesen Wertschätzungen kein kausaler 
Gedanke vorliegt, sondern der Gedanke des Yerknüpftseins der 
intellektuellen Unterlage mit einem Gefühlszustand oder der 
Gedanke, daß beide zueinander gehören, daß der Gefühlszustand 
spezifisch für die intellektuelle Unterlage ist, liegt es nicht ganz 
so nahe als bei kausalem Gedanken, aber entschieden auch nicht 
fern, von Wert zu sprechen im Sinne von einem Etwas, das 
unter bestimmten Bedingungen stets lustgefärbte Gefühle aus¬ 
löst und dadurch Gegenstand positiver Wertschätzung wird. 
Es mag auch Vorkommen, daß von Wert etwa gesprochen wird 
im Sinne von einem Etwas, welches mit einem lustgefärbten 
Gefühlszustand verknüpft ist oder zu dem ein lustgefärbter 
Gefühlszustand als z u g e h ö r i g, d. h. als spezifisch für ihn 
erscheint. 
Die nächsthöhere Stufe der Entwicklung des Wertbegriffes 
ist da gegeben, wo mit Wert, wertvollem Objekt, ein 
Etwas gemeint ist, das unter den bei mir ge¬ 
gebenen Bedingungen stets lust gefärbte Ge¬ 
fühlszustände auslöst und dadurch Gegen¬ 
stand positiver Wertschätzung wird. Doch 
davon erst später. 
Eine höhere Entwicklungsstufe des Wertbegriffes wird sich 
uns darstellen in dem Begriff des Wertes als einem 
Etwas, welches ohne wissenschaftliche Rechtfertigung auf¬ 
gefaßt wird als allgemein lustgefärbte Ge¬ 
fühlszustände auslösend und welches da¬ 
durch Gegenstand positiver Wertschätzung 
wird. 
Die höchste Entwicklungsstufe des Wertbegriffes ist gegeben 
in dem Begriff des Wertes als einem Etwas, 
welches mit wissenschaftlicher Rechtferti¬ 
gung auf gefaßt wird als allgemein lust- 
gefärbte Gefühlszustände bei einem höher 
entwickelten Individuum auslösend und 
welches dadurch Gegenstand positiver Wert¬ 
schätzungwird. —
        

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