Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Methoden der Psychologie des Gefühlslebens
Person:
Störring, Gustav
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39662/248/
1372 
Gr. Störring 
darüber ein, was man darunter verstehe. Diese waren nicht stark 
gefühlsbetont. Dann nahm sich Yersuchsperson vor, das eigene 
Leben daraufhin zu betrachten und das ihr nahestehender 
Personen. Der Gedanke an die eigene Beziehung zu diesen Personen 
verband sich mit einem Gefühl der Freude, und zwar war es der 
Gedanke der Yersuchsperson, diese Personen zu beglücken, der 
sich mit Freude verband. Zugleich Freude über diese Feststellung. 
Dann ging Yersuchsperson näher auf diese Beziehung ein. . . . 
Man sieht, wie sich hier der Gedanke der 
Versuchsperson, ihr nahestehende Personen 
zu beglücken, mit Freude verbindet; wie 
dann diese emotionelle Reaktion zum Gegen¬ 
stand der Betrachtung gemacht wird und 
die urteilsmäßige Feststellung, daß dieser 
Gedanke sich mit Freude verbindet, sich 
auch wieder mit Freude verbindet. Die sich 
an dies Urteil anschließende Freude gründet 
sich also auf die erstere emotionelle Re¬ 
aktion. Die an das Urteil sich anschließende 
Freude superponiert sich also über der 
ersteren Freude. 
Während sich im letzteren Fall eine emo¬ 
tionelle Reaktion an die urteilsmäßige Fest¬ 
stellung einer ursprünglich gegebenen emo¬ 
tionellen Reaktion anschließt, sahen wir im 
ersteren Fall die sich superponierende Re¬ 
aktion nicht einfach an die urteilsmäßige 
Feststellung einer gegebenen emotionellen 
Reaktion sich anschließen, sondern an eine 
Urteils mäßige Feststellung, in deren Gegen¬ 
stand die ursprünglich gegebene emotionelle 
Reaktion als Teilkomponente steckt. 
Auf der einen Seite stand ja doch in 
unserem ersten Fall die Freude, welche sich 
mit dem Gedanken an ein bestimmtes Er¬ 
lebnis verbindet und auf der anderen die Un¬ 
lust, welche sich an den Gedanken anschloß, 
daß dies (freudvolle) Erlebnis nicht mehr ist. 
Die eine Superposition nennen wir eine 
einfache, die andere eine komplexe. 
E. Gleichzeitigkeit von lust- und unlustartigen Gefühlszuständen. 
In der Gefühlspsychologie streitet man darüber, ob lust- 
und unlustartige Gefühlszustände gleichzeitig auftreten können 
oder nicht.
        

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