Bauhaus-Universität Weimar

Psychologie der Arbeitshand 
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die Bedeutung des Versuches für die Kennzeichnung naturgemäß herabgesetzt. 
Unterhalb der Schreibfläche hat man auch das Tambourverfahren Mareys ver¬ 
wendet; der Druck der Hand auf die Unterfläche wird übertragen auf einen 
zweiten Tambour, der analoge Kurven auf der Rußfläche des Kymographions 
einträgt. 
Das“ Interesse des Verfahrens kann sich natürlich wegen 
dieser Anordnung im allgemeinen nur auf isolierte Einzelheiten 
beschränken, weniger dagegen die Abfolge eines ganzen Schrift¬ 
satzes komplett aufnehmen. Die Sonderfragestellungen, denen es 
hinsichtlich der Ausdruckshand im Schriftbild dienen kann, sind 
etwa folgende: 
Fig. 244. Schrift wage nach Kräpelin. 
a) Beobachtung der verschieden starken Druckgebung bei verschiedenen 
Schrifttypen oder Buchstaben. 
b) Feststellung von Ermüdungswirkungen auf die Schrift druckgebung. 
c) Vergleich der Antiqua und der Fraktur hinsichtlich Druckgebung und 
Druck Verteilung. 
d) Vergleich der männlichen und weiblichen, der kind lieb en und Erwach¬ 
senen-, der Anfänger- und Fortgeschrittenenhandschrift irgendeines Systems. 
e) Prinzip des Uesamtimpulses, beim Wortschreiben und der Einzeldruck- 
gebung in einer Wortfolge. 
/) Beziehung zwischen Buchstaben und Interpunktionen, großen und 
kleinen Buchstabenwerten. 
Als Nachteil haftet auch diesem wie allen experimentellen 
Verfahren die Sachlage des Versuches an. Niemand ist in 
seiner Ausdruckshand frei und spontan, wenn er schon durch die 
äußere Apparatur an die Beobachtung und die Besonderheit der 
Lage gebunden wird. Niemand ist in diesem auch hinsichtlich der 
Handschriftkunde voll erfaßt, wenn die Schriftproben verhältnis¬ 
mäßig raumzeitlich begrenzt werden müssen. Immerhin hat das 
Verfahren seinen Wert und kann weiteren Sonderproblemen Auf¬ 
schluß verheißen.
        

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