Bauhaus-Universität Weimar

Psychologie der Ärbeitshand 
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Vorgängen restlos zu deuten: dort entscheidet stets das 
Seelische (Arbeitslust, Aufmerksamkeit, Ermüdbarkeit, Interesse- 
nahme u. dgl. m.). 
Der Arm soll die für die Hand zum Griff notwendige Lage 
einhalten und zielgemäß erreichen. Er ist sozusagen das Vor¬ 
sortiergerät im Raume. Man kommt so zu einer Systematik aller 
erdenkbaren Armstellungen. Dabei unterstützen ihn die Be¬ 
wegungen des Schultergürtels (mit Heben, Senken, Vorwärts- 
und Rückwärtsbewegung), so daß er unter mannigfaltigen Positions¬ 
varianten im Schultergelenk fixiert ist. Es finden dauernd An- 
gleichungen und Ausgleichungen — bezogen auf das zu erfassende 
oder zu bearbeitende Objekt — statt. Den Bewegungsbereich des 
Armes veranschaulicht eine Bahnkugel. 
Die Bewegungen und Stellungen des Armes wiederum folgern 
aus dem nachstehend angedeuteten Diagramm, das Schlesingers 
Untersuchungen entnommen wird. 
Hierbei sind auch Handdrehungen unter gleichzeitiger Unter¬ 
armbeugung möglich, ebenso Beugungen des Handgelenkes bei 
beliebiger Drehlage der Hand und Beugelage des Unterarmes 
(die letzten zwei Schemata). Unter Bezug auf die noch zu be¬ 
sprechenden Handstellungen beim Griff ergeben sich daher 
praktisch wichtige Voraussetzungen. Der Griff nach einem Gegen¬ 
stand kann voraussetzen: 
Beliebige Beugelage des Armes, 
Beliebige Drehtage des Armes, 
Beliebige Beugelage der Hand und des Armes, 
Beliebige Drehtage der Hand bei Unterarmbeugung, 
Beliebige Beugelage von Hand und Unterarm, 
Beliebige Beugelage der Hand nach Drehung und Beugung des Armes. 
Diese Varianten werden weiter durchkreuzt durch die un¬ 
übersehbare Kombination beim bimanuellen Arbeiten. Man sieht, 
daß die Reduzierung auf Elemente nur fiktiven und für bestimmte 
Anwendungen der Gelenkmechanik (in der Orthopädie z. B.) 
entsprechenden Sinn besitzt. 
Wichtig sind auch Seitwärtsbewegungen der Hand, die 
gegebenenfalls durch Unter- und Oberarm die Schrägstellungen 
bewirken. Die noch zu nennenden seitwärtigen Randbewegungen 
des Handgelenkes können so in Fällen der Lähmung oder bei 
zufälliger Situation ersetzt sein. 
3. Praxis der Kleinbewegungen als Griff. 
So nähern wir uns der weiteren Frage, welche praktischen 
Kleinbewegungen Vorkommen ? Es ist ausgeschlossen, hier irgendwie 
auch nur skizzenhafte Andeutungen zu machen. Kur das für die 
Arbeitshand allerwichtigste sei in Sichworten genannt.
        

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