Bauhaus-Universität Weimar

49 
hältnisse die meisten Yersuchssubjecte Zusammentreffen oder um wei¬ 
ches sich die einzelnen am dichtesten schaaren; die geringeren Grade 
der Wohlgefälligkeit aber nach der geringeren Zahl derer, die bei 
einem gegebenen Verhältnisse stehen bleiben, misst. 
Methode der Verwendung. Man misst die Dimensionen 
oder Abtheilungen der einfachsten, im Gebrauche, Verkehr, Han¬ 
del und Wandel, kurz will ich sagen, im Leben, vorkommenden Ge¬ 
genstände, bei welchen die Form vielmehr direct durch Rück¬ 
sichten der Wohlgefälligkeit (vorausgesetzt, dass es sich um reine 
directe Wohlgefälligkeit handelt) als des Zwecks, der Bedeutung oder 
des Anpassens an andere Formen bestimmt ist, und welche keine 
Willkühr in der Anlegungsweise des Masses zulassen* *), wonach man 
wieder das relative Mass der Wohlgefälligkeit durch die relative Häu¬ 
figkeit des Vorkommens dieses oder jenes Formverhältnisses be¬ 
stimmt hält. 
Jede der zwei ersten Methoden kann mit der dritten gewisser- 
massen verbunden werden, insofern man, anstatt der Wahl oder Her¬ 
stellung abstracter Formen ohne Rücksicht auf Anwendung ausdrück¬ 
lich die Wahl oder Herstellung mit dem Gedanken concreter Anwen¬ 
dung vornehmen lässt, wonach ich abstracte und concrete Methode 
der Wahl und Herstellung oder auch reine Methode und Methode mit 
Verwendung unterscheide. 
So viel als möglich wird man diese verschiedenen Methoden 
sich durch einander ergänzen und wechselseits controliren lassen. 
in der wohlgefälligsten Höhe anbringen, wobei der Gedanke an ein J freigestellt ist, 
n. s. w. 
*) So habe ich u. a. Glückwünschungskarten und ähnliche Karten, deren Di- 
mensionsverhältnisse nur durch directe Wohlgefälligkeitsrücksicht ohne angebbare asso¬ 
ciative und combinatorisclie Mitbedingungen bestimmt scheinen, in einer Mehrzahl von 
Luxuspapierfabriken und Papierhandlungen, so wie Schmuckkreuze bei verschiedenen 
Juwelieren in grösserer Zahl gemessen. Bei Visitenkarten, die ich u. a. auch in 
Untersuchung genommen, findet schon eine angebbare combinatorische Mitbestimmung 
durch die Streckung des Namens statt. Briefcouverts wechseln in den Dimensions¬ 
verhältnissen sehr nach der Mode, indem sie dabei wie manche andere Formen um das 
nach der Gesammtheit aller Versuche an sich wohlgefälligste Verhältniss schwanken. 
Die Schmuckkreuze unterscheiden sich, trotz ihres Ursprungs aus dem Crucifixe, doch 
wesentlich von diesem, indem der Zweck, der die Form des Crucifixes bestimmt, bei 
dem Schmuckkreuz gegen die Rücksicht directer Formwohlgefälligkeit zurücktritt. 
Weiteres und Genaueres über diese und andere Beispiele s. später bei den Versuchen. 
4
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.