Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Aesthetik auf realistischer Grundlage. Band 2
Person:
Kirchmann, Julius Hermann von
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39656/5/
VIII. Die Besonderung des Schönen. 
A. Die Besoncierung nach dem Seelischen. 
1. Das Erhabene. 
a) Der Begriff des Erhabenen. 
1. Die Besonderung oder Eintheilung des Schönen vollzieht sich 
nach seinen drei wesentlichen Bestimmungen; nach dem Seelischen, 
nach der Bildlichkeit, und nach der Idealisirung. Die Arten des 
Schönen, die sich hiernach ergeben, sind bereits früher aufgezählt 
und in ihrem Begriffe angedeutet worden (I. 73); es ist die Auf¬ 
gabe dieser Abtheilung, sie in ihrem ganzen Umfange zu entwickeln 
und darzulegen. 
2. Die erste Besonderung des Schönen folgt der Besonderung 
des Seelischen oder der Gefühle, welche den Inhalt des Schönen 
bilden. Insofern hier von der Bildlichkeit und Idealisirung abgesehen 
wird, hat es die Untersuchung hierbei zunächst mit dem Realen zu 
thun. Das von den Gefühlen Erfüllte ist das seelenvolle Reale. Es 
wird also darauf ankommen, die Besonderungen des Seelischen in der 
realen Welt zu verfolgen und das Ideale für einige Zeit ausser Be¬ 
trachtung zu lassen. 
3. Die Grundlagen in dieser Beziehung sind bereits früher (I. 93. 
111) gelegt worden. Es hat sich dort bei der Untersuchung der realen 
Gefühle des Menschen ergeben, dass sie sich in zwei grosse Klassen 
sondern, welche als die Gefühle der Lust oder des Schmerzes und 
als die Gefühle der Achtung bezeichnet worden sind. Es ist gezeigt 
worden, dass beide Klassen im schärfsten Gegensatz gegen einander 
stehen und sie sind deshalb mit den Polen eines Magneten verglichen 
worden. Die Lust - und Schmerzgefühle sind die Bestimmungen der 
Seele, wodurch ihr Für-sich-Sein die vollste Verwirklichung erhält. 
Je stärker die Lust oder der Schmerz ist, desto mehr ist der Mensch 
v. Kirch mann, Philos. d Schönen. II. 1
        

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