Bauhaus-Universität Weimar

Überblick über das ästhetischen Tatsachenmaterial. 
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ein sehr großer Teil aller ästhetisch in Betracht kommen¬ 
den Gegenstände auf baut. Sie sind überdies nicht weiter 
zerlegbar, und es ist daher, falls sie überhaupt noch ästhe¬ 
tische Eigenschaften zeigen, außer Zweifel, daß man in 
ihnen bereits ästhetische Elementargegenstände anzuer¬ 
kennen hat. 
Dass sie jedoch diese Bedingung erfüllen, kann nicht 
für alle ohne weiteres zugegeben werden. Für einige ist 
es sogar schlechtweg zu verneinen: isolierte Orts- und Zeit¬ 
daten zeigen keine Spur von irgend welcher ästhetischer 
Betonung. Dagegen spricht man von schönen, häßlichen 
Farben, schönen, oder lieber angenehmen und unange¬ 
nehmen*) Tönen. Nun ist es ja gewiß richtig, daß diese 
Gegenstände, besonders die Farben, je nach Verwendung 
und Zusammenhang höchst verschieden wirken, so z. B. 
ein zartes Himmelblau in der Damen- und in der Herren¬ 
kleidung, das ehrwürdige Grau eines gotischen Domes 
etwa als Dekoration eines Festsaales. Trotzdem wird man 
gewiß auch ohne Rücksicht auf derartige Beziehungen ein 
leuchtendes, sattes Rot oder Blau schon an sich unbe¬ 
denklich schöner finden als ein schmutziges Gelbgrün. 
Es liegen also zweifellos derartige Unterschiede vor; 
aber ob es ästhetische Eigenschaften sind, die sie be¬ 
treffen, ist fraglich. Man hat sich ziemlich allgemein daran 
gewöhnt, dem Gegenstand der einfachen Sinnesempfindung 
ästhetische Dignität abzusprechen; er sei nicht schön oder 
häßlich, sondern nur sinnlich angenehm oder unangenehm. 
*) Solche sind z. B. die höchsten hörbaren.
        

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