Bauhaus-Universität Weimar

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Überblick über das ästhetische Tatsachenmaterial. 
gewiß alle Varianten des ästhetischen Verhaltens aufweist 
und an deren Haupttypen man die charakteristischen Fälle 
desselben wird vermuten dürfen. 
Dazu ist also ein Überblick über die ästhetischen 
Gegenstände und deren Hauptarten erforderlich. 
Die Einteilung wird sich natürlich nicht an die re¬ 
alen Merkmale der Dinge und ihre natürliche Verwandt¬ 
schaft halten; denn die Klassen, welche von der Natur¬ 
wissenschaft aufgestellt werden, etwa Organisches-Un- 
organisches, würden offenbar den ästhetischen Interessen 
nicht dienen.*) Diese verlangen vielmehr eine Einteilung, 
welche beständig auf die ästhetischen Eigenschaften Rück¬ 
sicht nimmt. Die rote Rose und der blaue Türkis ge- 
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hören für sie (in bezug auf Farbe) in dieselbe Klasse; 
eine Statue vereinigt ästhetische Gegenstände der ver¬ 
schiedensten Art in sich, etwa Haltung und Ausdruck einer¬ 
seits, barbe und Glanz des Materials andrerseits. Es ist 
also notwendig, die — meist komplexen — Träger ästhe¬ 
tischer Eigenschaften in j ene ihre Teilgegenstän de 
zu zerlegen, welche ihrerseits die Träger der 
einzelnen, verschiedenen ästhetischenEigen- 
schäften des Gesamtgegenstandes sind, und 
diese in natürliche Gruppen zusammenzufassen. 
Die Summe der ästhetischen Eigenschaften der durch, 
die Zerlegung gewonnenen Teilgegenstände muß immer gleich 
sein der vollen ästhetischen Beschaffenheit des zerlegten 
Gesamtgegenstandes. Unter den Teilgegenständen werden 
*) Darin kommt wieder zur Geltung, daß für das ästhetische 
Verhalten zunächst der immanente Gegenstand maßgebend ist.
        

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