Bauhaus-Universität Weimar

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Zur Erklärung der ästhetischen Tatsachen. 
überaus umfangreich, zudem an gegenwärtiger Stelle 
ihrem eigentlichen Zwecke, der Erklärung des Ästhetischen, 
schon wegen des Mangels von der objektiven Seite her, 
nicht zuzuführen. Es mögen daher die allgemeinsten An¬ 
deutungen genügen. 
Von Dispositionen, welche überhaupt am ästhetischen 
Verhalten beteiligt sind, kommen zunächst alle die intellek¬ 
tuellen in Betracht, deren Leistung die Beistellung des 
Objektes, die Aufnahme des Gegenstandes in das Bewußt¬ 
sein ist. Als solche sind vor allem die der äußeren Sinne 
anzuführen, die des Empfindens und Wahrnehmens. Dann 
die des Produzieren der anschaulichen, komplexen Vor¬ 
stellungen, besonders derer von Gestalten. Ebenso die 
des Gedächtnisses, der Reproduktion und Assoziation, im 
weiteren wohl jede der mannigfaltigen intellektuellen Dis¬ 
positionen, da ja schließlich alle an der psychischen Auf¬ 
nahme eines ästhetischen Gegenstandes, etwa einer tief¬ 
sinnigen Dichtung, mitwirken können. 
Sie sind deshalb natürlich noch nicht ästhetische Dis¬ 
positionen zu nennen, sie bleiben ihrem Wesen nach in¬ 
tellektuelle. Wohl aber können sie unter Umständen eine 
für die ästhetische Leistung besonders günstige Verfassung 
haben. Man spricht von einem guten Auge, das dem 
Maler, dem guten Ohre, das dem Musiker zu statten kommt, 
und meint dabei eine das Mittelmaß übersteigende Fähigkeit 
des Aufnehmens durch diese Sinne, des Erkennens, Unter¬ 
scheidens, Behaltens und Reproduzierens ihren Daten. Von 
ganz besonderer ästhetischer Bedeutung ist gute Aus¬ 
bildung der Fähigkeit zur Vorstellungsproduktion, 
zum
        

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