Bauhaus-Universität Weimar

Zur Erklärung der ästhetischen Tatsachen. 
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Einrichtungen des Zentralnervensystems und seiner An¬ 
hänge, der physischen Grundlage des gesamten psychischen 
Lebens. Aber das ist so ziemlich auch alles, was wir 
gegenwärtig darüber sagen können. Wie diese subjektiven 
Teilursachen des Näheren beschaffen sind, das ist unserer 
Kenntnis vorläufig noch ganz entzogen. Wir können nur 
aus ihren Wirkungen auf ihr Vorhandensein und auf ihre 
Veränderlichkeit schließen. 
Daß das Subjekt diese Teilursachen in seiner physi¬ 
schen oder psychischen Organisation besitzt, das nennen 
wir seine Fähigkeiten, Anlagen, mit dem wissenschaftlichen 
Terminus seine „Dispositionen“, im vorliegenden Falle 
seine ästhetischen Dispositionen im weitesten Ausmaße. 
Daneben reden wir, je nach den Leistungen, von intellek¬ 
tuellen, ethischen und anderen Dispositionen, wobei es 
natürlich nicht ausgeschlossen ist, daß deren Grundlagen 
zum Teil zusammen fallen. 
Auf die ästhetischen Dispositonen muß also, wenn es 
sich um die Erklärung des Ästhetischen handelt, ebenfalls 
volle Rücksicht genommen werden. Und zwar sind es 
dreierlei Hauptfragen, deren Erledigung jeder weiteren 
Arbeit vorausgehen muß, nämlich: 
a) Was für Dispositionen wirken im ästhetischen Ver¬ 
halten überhaupt mit? 
b) Wiche von diesen Dispositionen ist die spezifisch 
ästhetische ? 
c) Was für Gesetze der Dispositionsveränderung sind 
zu verzeichnen? 
Eine erschöpfende Behandlung dieser Fragen wäre
        

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