Bauhaus-Universität Weimar

Zusammenwirken der Gefühlsfaktoren. 
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sole hei Objekt einei Einfühlung des Subjektes. Es werden 
ihm von diesem zunächst im allgemeinen Wertgefühle 
nachfühlend zugeschrieben, Gefühle, die auf hohe, über¬ 
legene Werte gerichtet sind; dann aber auch die ganze 
Geisteshaltung, die dem Bewußtsein durch solche Gefühle 
stets verliehen wird. *) Die Überlegenheit jener Werte aber 
kommt dem Subjekte dadurch zum Bewußtsein, daß es der 
persönlich individuellen kleinen Werte gedenkt und ihre 
Kleinheit, Abhängigkeit und Unterordnung unter jene merkt. 
In der emotionalen Erhebung zu jenen überlegenen Werten 
liegt das Lustmoment, das der erhabene Gegenstand immer 
enthält, in dem Gewahrwerden der Kleinheit der indi¬ 
viduellen Werte und ihrer allfälligen Gefährdung das Un¬ 
lustmoment, das das Gefühl des Erhabenen, wie vielfach 
schon erkannt worden ist, in sich birgt. 
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Damit ist aber die Analyse noch nicht am Ende. Wie 
das Nacherleben, die Einfühlung auch sonst, so kann sie 
auch, wo sie sich dem Erhabenen zuwendet, innerlich an- 
geschaut werden, und dies wird stets geschehen, wo das 
Erhabene als solches Gegenstand der Betrachtung ist, weil 
dieses ja im wesentlichen durch die bestimmte (nacherlebte) 
Geisteshaltung gegeben ist. Und wie in anderen Fällen, 
so wird sie auch hier, als anschauliche Vorstellung von 
Psychischem, ästhetische Lust erregen. In diesem ästhe- 
*) Gas bekannte Beispiel des „erhabenen Verbrechers“ ist keine 
Gegeninstanz, wie sich leicht erkennen läßt. Erhabene Niedertracht, 
Charakterlosigkeit, Dummheit gilbt es nicht. — Natürlich kann etwas 
Erhabenes neben dem Gefühle der Erhabenheit auch noch andere 
Gefühle erwecken, z. B. Trauer, Schrecken u. dgl.
        

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