Bauhaus-Universität Weimar

Zusammenwirken der Gefühlsfaktoren. 
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ästhetischer Lust und das ästhetischer Unlust. Alle übrigen 
sog. ästhetischen Modifikationen sind solche des Gegen¬ 
standes dieser Gefühle. 
Dies stimmt nun auch vorzüglich mit der Grundlehre 
der Gefühlspsychologie, die besagt, daß es andere Gefühls¬ 
qualitäten als die der Lust und Unlust nicht gibt und 
daß alle sonstige Verschiedenheit des emotionalen Ver¬ 
haltens zunächst an der Verschiedenheit der Gefühlsgegen¬ 
stände liegt. 
Es stimmt aber auch damit, daß wir schließlich doch 
jedweden ästhetischen Gegenstand, wenn wir von seiner 
besonderen gegenständlichen Eigenart absehen und nur 
berücksichtigen, daß er ästhetische Lust oder Unlust erregt, 
schön oder häßlich nennen und keinen anderen Ausdruck 
zur Bezeichnung des rein ästhetischen Wertes irgend einer 
der Modifikationen, etwa des Tragischen, besitzen. — 
Nachdem nun die Ergebnisse des Zusammenwirkens 
der ästhetischen Elementarfaktoren nach ihrer qualitativen 
Seite charakterisiert worden sind, wäre es die zweite Auf¬ 
gabe, ihre Abhängigkeit von den quantitativen Verhält¬ 
nissen der Einzelfaktoren zu beleuchten. Das Haupt¬ 
interesse wäre dabei jenen Fällen zugewendet, die quali¬ 
tativ entgegengesetzte Gefühlsfaktoren, Lust und Unlust, 
in sich enthalten, wie etwa die der ästhetischen Ver¬ 
wertung des Häßlichen oder des Tragischen, und die 
Untersuchung hätte sich auf das Intensitätsverhältnis zu 
richten, in welchem der Unlustfaktor zum Lustfaktor noch 
stehen darf, wenn es zu einem ästhetischen Genüsse über¬ 
haupt noch soll kommen können. Da jedoch der Ver-
        

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