Bauhaus-Universität Weimar

Der ästhetische Zustand des Subjektes. 
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stellten zurücksteht, als sonst ein ästhetisches Nacherleben, 
Man denke etwa an Böcklins wonnegrunzende Meerunge- 
heuer, oder an Lenbachs auf sonniger Wiese faul hinge¬ 
streckten Hüterbuben (in der Münchener Schackgalerie). 
Da liegt der ästhetische Reiz in vielem anderen, nicht 
aber etwa in anschaulichem Nacherleben des sinnlichen 
Behagens. Sofern dabei überhaupt Einfühlung in die 
dargestellten Lebewesen vorliegt, hat sie es wohl nur 
mit den Inhaltsgefühlen des Tast- und Temperatursinnes 
zu tun, die in diesen Fällen allerdings angenehm und 
lustvoll genug sein mögen. 
Zusammenfassend ist also zu sagen, daß die Inhalts¬ 
gefühle der niederen Sinne, als mit denen der höheren 
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Sinne ästhetisch wesensgleich, an sich einen geringfügigen 
+ 
ästhetischen Wert besitzen, der überdies durch Darstellung 
und Einfühlung sich ungemein erhöht; daß dagegen den 
rein sinnlichen Gefühlen weder direkt noch indirekt irgend 
welche ästhetische Bedeutung zukommt. 
t*. 
*.» 
4. Die charakteristischen Eigenschaften des 
ästhetischen Verhaltens. 
Das ästhetische Verhalten besteht im wesentlichen aus 
dem durch ein Vorstellungsinhaltsgefühl gegebenen kon¬ 
kreten Bewußtseinszustande. 
Aus dieser Erkenntnis läßt sich alles begreifen, was 
jemals von den verschiedensten Gesichtspunkten aus an 
Treffendem und Richtigem zur charakterisierenden Be¬ 
schreibung des ästhetischen Verhaltens gesagt worden ist.
        

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