Bauhaus-Universität Weimar

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Der ästhetische Zustand des Subjektes. 
dung) haben — was eben darauf zurückgeht, daß sie 
Aktgefühle sind. 
Das ist aber nicht das Einzige, sondern nur die 
Wurzel alles dessen, weshalb die sinnlichen Gefühle dem 
Menschen das Gleiche wie die ästhetischen nicht annähernd 
bieten und bedeuten können. 
Zunächst ist es eine unmittelbare Folge aus ihrer 
relativen Unabhängkeit vom Inhalte, daß sie, der Möglich¬ 
keit irgend mehrgestaltiger Differenzierung bar, arm und 
eintönige sein müssen. Der Reichtum des Gefühlslebens 
o 
an verschiedenartigen Gestaltungen ist ja doch nur eine 
Folge der Mitwirkung intellektueller Momente, in erster 
Linie seines Zusammenhanges mit der Welt der Gegen¬ 
stände. Ist dieser Zusammenhang gelockert, so verliert 
das Gefühl die Mannigfaltigkeit und wird zum ewigen 
Einerlei. 
Des weiteren folgt aus demselben Umstande, daß die 
sinnlichen Gefühle zum Gebiete der sogenannten höheren 
Werte fast gar keine unmittelbaren Beziehungen haben. 
Die ethischen Werte sowohl wie die Erkenntnis sind auf 
Gegenstände gerichtet. Was mit den Gegenständen wenig 
oder nichts zu tun hat, dem fehlt, sofern es nicht selbst 
Gegenstand wird, die natürlichste Verbindung mit den 
genannten Gebieten. 
Schließlich finden sich die sinnlichen Gefühle, wenn 
nicht immer, so doch gewiß in den weitaus meisten Fällen 
in unserem Körper oder an dessen Oberfläche lokalisiert. 
Damit entfernen sie sich nur noch mehr von der Sphäre 
des Ästhetischen. Nicht deshalb, weil den ästhetischen
        

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