Bauhaus-Universität Weimar

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Der ästhetische Zustand des Subjektes. 
die den Empfindungen im Gehirn entsprechen; zurecht 
legt, der stelle sich vor, daß an diesen physiologischen 
Vorgängen gewisse Teilvorgänge, Eigentümlichkeiten, Merk¬ 
male relativ konstant sind und immer wiederkehren, so¬ 
fern es sich eben nur um Emp f in dun gs Vorgänge 
handelt, gewisse andere aber mit den verschiedenen Sinnes¬ 
reizen wechseln, und zwar so, daß die beiden Teilvor¬ 
gänge, der relativ konstante und der variable, von ein¬ 
ander untrennbar sind und als ein einheitliches Ganze 
immer zusammen sein müssen. Dann ist jener der dem 
psychischen Empfindungs a k t e, dieser der dem psychischen 
Empfindungs i n h a 11 entsprechende physiologische Teil¬ 
vorgang. 
Wenn nun auch die Empfindungen und Vorstellungen 
ein unteilbares Ganze sind, daher, falls sie als Ursache 
der Gefühle, die sich an sie anschließen, aufgefaßt werden, 
auch nur als Ganzes diese Ursche abgeben können, so 
hat es doch einen guten Sinn, von mehrerlei Wirkungen 
(hier Gefühlen) die eine dem besonderen Einflüsse einer 
der unterscheidbaren Seiten des unteilbaren Ganzen, die 
andere dem einer anderen Seite zuzuschreiben. So ist 
ja auch z. B. ein Wasserfall gleichzeitig Ursache des Ge¬ 
töses und des Regenbogens, der erscheint, wenn die 
Sonnenstrahlen in gewisser Richtung einfallen ; jenes durch 
die den stürzenden Wassermassen innewohnende lebendige 
Kraft, dieses durch ihr Lichtzerstreuungsvermögen, eben¬ 
falls zwei verschiedene unabtrennbare Seiten an demselben 
Vorgänge. 
In diesem Sinne ist es gemeint, wenn nun zur Cha-
        

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