Bauhaus-Universität Weimar

Der ästhetische Zustand des Subjektes. 
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leistet,*) reproduzierte Vorstellungselemente eine wichtige 
Rolle spielen, indem sie, unmittelbar assoziativ ange¬ 
regt, das durch die Sinnesempfindung Gebotene ergänzen 
und mit ihm bisweilen zu einem einheitlichen Komplex 
verschmelzen. **) So sehen wir beim Ausblick in die 
ferne Landschaft die hintereinander liegenden Hügelzüge 
in verschiedener Entfernung, obwohl uns das Auge selbst 
von diesen Entfernungen direkt nichts bietet, als die sich 
schneidenden Konturen und die infolge Luftperspektive 
verschiedene Färbung. 
Für den ästhetischen Genuß ist die Mitwirkung der 
Vorstellungsassoziation zur teil weisen Beistellung 
O 
und Ergänzung des Vorstellungsmateriales von größter 
Bedeutung. Und zwar lassen sich im wesentlichen drei 
verschiedene Arten unterscheiden, in denen diese Mit¬ 
wirkung zur Geltung kommt, wobei natürlich Übergangs¬ 
formen nicht ausgeschlossen sind. 
Im ersten Falle liegt die Sache so, daß die eigentliche 
Wahrnehmung von dem dem ästhetischen Genüsse darge¬ 
botenen Gegenstände einzelne Elemente liefert, die ihrer¬ 
seits durch Assoziation selbst wieder ästhetisch wirksame 
anschauliche Vorstellungen von anderen demselben Gegen¬ 
stände zugehörigen Elementen wachrufen; dabei wird das 
duich Sinneswahrnehmung und das infolge Assoziation 
Vorgestellte in den einen einheitlichen Komplex des dem 
ästhetischen Genuß dargebotenen Gegenstandes zusammen- 
*) Siehe S. 41. 
) Vgl. daiüber etwa Wundt, Physiol. Psychologie5 (Leipzig 
1903) III. S. 528P
        

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