Bauhaus-Universität Weimar

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Der ästhetische Zustand des Subjektes. 
tische Gegenstände, sondern nur die Vermittler von solchen. 
Unter dem ästhetischen Gegenstände verstehen wir be- 
kanntlich das, worauf sich das ästhetische Lust- oder Un¬ 
lustgefühl richtet, den Gegenstand des Gefallens oder Mi߬ 
fallens. Auf das Objektiv selber ist, wie genauere Be¬ 
trachtung der Sachlage lehrt, ein solches Gefühl niemals 
gerichtet, die Objektive sind weder schön noch unschön, 
sondern sie stehen ganz außerhalb dieses Gegensatzes. 
Das scheint zunächst den offenkundigen Tatsachen zu 
widersprechen. „Ich ging im Walde so für mich hin, 
und nichts zu suchen, das war mein Sinn . . . uswV 
Woran hängt die bestrickende Schönheit dieses Gedichtes, 
dieser Sätze? Doch natürlich an dem, was sie uns sagen, 
an ihrer Bedeutung, den Objektiven. Freilich liegt be¬ 
reits in der Sprache selbst, im Rhythmus, Reim und Klang 
der Verse ein großes Stück Schönheit; aber es wird doch 
niemand behaupten woollen, daß dies die ganze Schönheit 
des Gedichtes wäre. Weitaus ist sie es nicht, sein Inhalt, 
sein Sinn, also die Objektive stellen zum mindesten einen 
ebenso wesentlichen Teil seiner Schönheit bei. Worin 
a, 
sollte denn auch die Schönheit von Prosawerken liegen, 
die oft erheblichen Genuß gewähren, ohne daß ihre 
Sprache in ästhetischer Beziehung irgend mehr leistet als 
nicht gerade zu stören? Es ist natürlich ihr Inhalt, und 
der ist ein Komplex von miteinander in Zusammenhang 
stehenden Objektiven. Die ergreifende Schönheit irgend 
einer der Novellen Storms z. B. „In St. Jürgen“, kann 
doch nur der genießen, der ihren Inhalt in sich auf¬ 
nimmt, sie hängt also am Inhalt, d. i. an den Objektiven.
        

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