Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ästhetik. Psychologie des Schönen und der Kunst. Erster Teil: Grundlegung der Ästhetik
Person:
Lipps, Theodor
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39642/552/
Viertes Kapitel: Arten des Erhabenen. 
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tive, und demgemäls an sich Unlustvolle, eingehen in das Schöne. 
Es kann ein bedeutsames Moment des Schönen werden, sofern 
es nämlich sich, oder sofern das Negative an ihm, im Ganzen 
des schönen Objektes einem Positiven sich unterordnet. Auch 
davon aber später ein Weiteres. 
Viertes Kapitel : Arten des Erhabenen. 
Grundarten. 
In unserer obigen Bezeichnung der grofsen Persönlichkeit, 
als der starken und reichen und in sich einheitlichen oder 
freien, liegt zugleich implicite eine erste Unterscheidung von 
Grundarten des Erhabenen. Erhaben ist die Kraft; und der 
Reichtum oder die reiche Differenzierung der Kräfte; und das 
Zusammenwirken vieler Kräfte nach einem Gesetz oder zu 
einem Ziel. 
Diese Dreiteilung ist aber miteingeschlossen in die Unter¬ 
scheidung der Arten des Erhabenen, die sich ergibt aus jener 
Unterscheidung der Möglichkeiten des Quantitätsgefühles, diè 
im vorigen Kapitel getroffen wurde. 
Ich hob schon heraus das intensiv Erhabene, wie es in 
dem lauten Klang oder dem Fortissimo der Musik, in der 
mächtigen Leuchtkraft der Farbe, in der gewaltig ausbrechenden 
Kraft des menschlichen Tuns enthalten Hegt. 
Daneben aber gibt es ein Erhabenes der Masse, etwa des 
breiten, massenhaften Gebirges. 
Und es gibt ein Erhabenes der Raschheit, etwa des 
zuckenden Blitzes; und ein Erhabenes des Reichtums, der 
Mannigfaltigkeit, der reichen Differenziertheit, etwa einer bunt 
durcheinander wogenden Menge oder eines wild wogenden 
Schlachtengetümmels. Und es gibt endlich das Erhabene des 
in sich Gegensätzlichen, das Erhabene des unlösbaren oder
        

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