Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ästhetik. Psychologie des Schönen und der Kunst. Erster Teil: Grundlegung der Ästhetik
Person:
Lipps, Theodor
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39642/19/
ERSTER ABSCEINITT. 
Die allgemeinen ästhetischen Formprinzipien. 
Erstes Kapitel; Allgemeines über Lustgefühle. 
Vorbemerku n g. 
Ästhetik, so sagte ich schon, ist die Lehre vom Schönen; 
implicite auch von seinem Gegenteil, dem Häfslichen. 
Tier nun droht schon der Streit. Die Ästhetik, sagt man, sei 
die Lehre vom ästhetisch Wertvollen. Und es sei zweifel¬ 
haft, ob ein Gegenstand nicht ästhetisch wertvoll sein könne, 
ohne schön zu sein. Diesem Streit entziehe ich mich, indem 
ich erkläre; Im Zusammenhang der Ästhetik heilst „schön“ 
eben „ästhetisch wertvoll“. Für mich wenigstens verhält es sich 
so. Es ist also dasselbe, ob ich sage, die Ästhetik sei die Lehre 
vom Schönen, oder, sie sei die Lehre vom ästhetisch Wertvollen. 
Vom „ästhetisch Wertvollen“ nun wissen wir von vorn 
herein Eines; Es ist, wie alles Wertvoile, lu st voll. Dies liegt in] 
Sinn des Wortes „Wertvoll“. Etwas ist wertvoll, dies heifst: 
Es ist geeignet, in bestimmter Art zu erfreuen, Befriedigung zu 
erzeugen, kurz Lust zu erwecken. Das Wort „Wertvoll“ wäre 
ein leeres Wort ohne diese Beziehung auf die Freude, die 
Befriedigung, die Lust eines fühlenden Wesens. 
Damit ist doch nicht gesagt, dal's „Wertvoll“ und „Lustvoll“ 
begrifflich sich decken. Es könnte sein, dafs alles Wertvolle 
notwendig lustvoll wäre, und doch „Wertvoll“ durchaus nicht das¬ 
selbe bedeutete wie „Lustvoll“; dafs insbesondere die Gröfse
        

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