Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Ästhetik. Psychologie des Schönen und der Kunst. Erster Teil: Grundlegung der Ästhetik
Person:
Lipps, Theodor
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39642/154/
Viertes Kapitel : Die ruhenden Formen des menschlichen Körpers. 141 
Wie man sieht, deckt sich danach der Begriff des ästhetischen 
Symbols mit dem der ästhetischen Einfühlung; auch für diese 
kam ja das Bewufstsein, dafs das Eingefühlte in dem Objekte, 
in welches ich mich einfühle, wirklich sei, nicht in Frage. Zu¬ 
gleich umfafst der Begriff des ästhetischen Symbols die positive 
und die negative ästhetische Einfühlung. 
Viertes Kapitel: Die ruhenden Formen des menschlichen 
Körpers. 
Ausdrucksbewegungen und ruhende Formen. 
Von Ausdrucksbewegungen war im Vorstehenden zunächst 
die Rede. Und das stolzblickende Auge war das Beispiel, von 
dem wir ausgingen. Dabei war die „Bewegung“ in Wahrheit 
eine bestimmte sichtbare Form; insbesondere jene Ausdrucks¬ 
bewegung des Auges eine Form der Umgebung des Auges; aber 
sie war eine solche, in der unmittelbar eine innere Erregung, 
ein affektives Moment sich aussprach. 
Ebenso wie die Ausdrucksbewegung des Stolzes, so lernen 
wir nun auch die sonstigen mannigfachen Ausdrucksbewegungen 
des Auges verstehen. Wir lernen sie ästhetisch verstehen, d. h. 
wir gelangen dazu, uns in dieselben einzufühlen. Wir lernen 
verstehen die Ausdrucksbewegungen oder die Gebärden des 
Trotzes und der Verzagtheit, des Erstaunens, des Erschreckens, 
der Freundlichkeit, des Zornes, der Trauer u. s. w. 
Das Auge hat an der Gebärdensprache den gröfsten Anteil. 
Nächst ihm der Mund. In minderem Grade dje übrigen Teile 
des Körpers. Je nachdem das, was sie ausdrücken, uns erfreulich 
oder unerfreulich ist, sind die Ausdrucksbewegungen selbst er¬ 
freulich oder unerfreulich, d. h. schön oder häfslich. Erfreulich 
ist uns aber, was die Formen ausdrücken, in dem Mafse als 
die Einfühlung eine positive sein kann; und dies heifst, in dem 
Mafse als wir darin ein Positives in uns, eine Kraft, einen 
Reichtum, eine Freiheit, oder ein ungehemmtes Sichausleben
        

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