Bauhaus-Universität Weimar

Der ästhetische Genuss als Spiel. 
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In der Ästhetik zeigt sieh derselbe Unterschied, 
ja, er hat hier eine ausserordentlich weitreichende Be¬ 
deutung. Er ist typisch für die zwei künstlerisch 
wichtigsten Arten von genialen Temperamenten, er 
ist massgebend für kunstgeschichtliche Entwickelungs¬ 
formen wie Renaissance und Barock; er ist dieses 
beides, weil er einen fundamentalen Gegensatz im 
ästhetischen Gemessen bedeutet. 
4. Da die für viele Spiele charakteristische Freude 
am Urs a che-sein uns innerhalb des ästhetischen Ge¬ 
bietes mehr auf die künstlerische Produktion als auf 
das ästhetische Gemessen verweisen würde, wende ich 
mich an dieser Stelle sofort dem Freiheitsgefühl 
zu 
das einen weiteren 
abgiebt 
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und dabei die Möglichkeit darbietet, dasjenige mit 
anzuführen, was vielleicht auch beim Gemessen als 
Freude am Ursache-sein 
werden könnte. 
Das Spiel wird allgemein als eine 
freie 
Thätigkeit anerkannt. Wenn Schiller sagt, der Mensch 
sei nur da ganz Mensch, wo er spiele, so meint er 
damit, dass er nur im Spiele ganz freier Mensch sei. 
Sucht man die Thatsache dieses Freiheitsgefühles ge¬ 
nauer zu analysieren, so erkennt man, dass es eine 
komplexe Erscheinung ist; jeder Einzelfaktor aber 
der an dieser Gesamtwirkung beteiligt ist, hat ebenso 
wie die Gesamtwirkung selbst, sein Analogon im ästhe¬ 
tischen Gemessen. 
Es handelt sich um ein freiwilliges Eingehen 
in die Spielthätigkeit; wir spielen nicht, weil wir 
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