Bauhaus-Universität Weimar

Der ästhetische Genuss als Spiel. 
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gnügen vor uns, das in der Hauptsache aus dem In¬ 
halt der Beschäftigung als solchem erwächst und, wenn 
es absichtlich gesucht wird, als Selbstzweck erscheint, 
ein „interesseloses“ Wohlgefallen an dem Erlebten im 
Sinn der Unabhängigkeit von aussenstehenden, hetero- 
nomen Interessen. Man kann ja freilich auch ein 
Drama lesen, „um sich zu bilden“, oder eine Aus¬ 
stellung besuchen, „um darüber reden zu können“, 
gerade wie es „bildende“ Spiele giebt, oder wie man 
eifrig kegeln kann, weü der Arzt es empfohlen hat. 
Oder wir können uns (um edlere Motive zu nennen) 
einem Werke hoher Kirnst zuwenden, weil es uns sitt¬ 
lich fordert und unsere Lebenskenntnis vertieft. Aber 
das ästhetische G-eniessen wird doch auch in solchen 
Fällen am höchsten und reinsten sein, wenn wir über 
der Freude an dem Gebotenen selbst alle jene aussen- 
liegenden Zwecke vergessen. 
Nur einen heteronomen Zweck wird man, soviel 
ich sehe, ernstlich in Erwägung ziehen dürfen, näm- 
lieh den der Befreiung aus den Sorgen, Mühen und 
Leiden der Alltagswelt durch das Hinübertreten in 
die Weit der Kunst. Ich werde darauf zurückkommen. 
Hier genügt es, zu betonen, dass das Spiel genau dem¬ 
selben Zweck der Selbstbefreiung dienen kann, sich 
also auch in dieser Hinsicht nicht vom ästhetischen 
Gemessen unterscheidet.
        

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