Bauhaus-Universität Weimar

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Einleitung. 
ruhender Bau entstehe. Die Verwertung eigener und 
fremder Selbstbeobachtung unter natürlichen Bedin 
J 
an solche wird 
gungen oder möglichster 
freilich hier wie in der Psychologie stets die Haupt¬ 
sache bleiben. Das eigentliche Experiment und die 
• _ _ 
Massenbeobachtung in Form der Enquete kann für 
elementarere Fragen hervorragenden Wert besitzen* 
doch darf man nicht verkennen, dass die Resultate 
dieser Methoden recht häufig nur dann eine unbedenk¬ 
liche Zustimmung finden, wenn sie das aus der Selbst¬ 
beobachtung schon bekannte bestätigen und auf einen 
exakteren Ausdruck bringen. Die mittelbare Beobach¬ 
tung ist unentbehrlich 
? 
sobald 
man das Verhalten 
Individuen zu erkennen bestrebt ist. 
Man ist zwar vielfach geneigt, die Aufgaben der Ästhe¬ 
tik auf das Studium des erwachsenen, feingebildeten 
Kenners und der höchsten Blüte künstlerischer Pro¬ 
duktion zu beschränken, worin auch zweifellos das 
nächstliegende und wichtigste Problem besteht. 
Dem 
Wunsch einer solchen 
trotzdem nicht 
kann ich j edoch 
► 
Wir wollen den ästheti¬ 
schen Genuss (und die künstlerische Produktion) ver¬ 
stehen, soweit sie reichen, nicht nur in ihrer höchsten 
Verfeinerung. Wenn auf solche Weise die mittelbare 
Betrachtung sich z. B. vom ästhetischen Gemessen des 
gebildeten Erwachsenen auf die Untersuchung ausdehnt* 
wie der weniger. Gebildete, 
das Kind, das Naturvolk 
ge 
niesst, ja selbst die Keime ästhetischen Verhaltens in der 
Tierwelt studiert, so thut sie damit nur ihre Pflicht und 
* • 
Schuldigkeit. Gerade beim ästhetischen Gemessen ist es
        

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