Bauhaus-Universität Weimar

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Viertes Kapitel. 
ziehen, und doch fähig wären, sich den höher einzu 
schätzenden G-enuss zu verschaffen. Ich denke dabei 
vor allem an den Kopfarbeiter, der sich nach der Be- 
rufsthätigkeit so müde fühlt, dass er dem „Bedeuten¬ 
den“ ans dem Wege geht, und der trotzdem das G-e 
fühl hat, dass er sich anders verhalten sollte. Auch 
hier würde die direkte Vergleichung der Objekte und 
ihrer Wirkungsfahigkeit nicht zu demselben Resultat 
führen, denn die Bewältigung des Bedeutenden ist 
stets eine Anstrengung, und es ist daher begreiflich 
dass für den Ermüdeten der Q-ennss irgend einer amü- 
santen Erzählung viel grösser ist. Erst von der Be- 
? 
wertung des 
Subjektes aus erstreckt sich 
das Urteil auch auf den Gegenstand des G-enusses. 
Derselbe Imperativ richtet sich übrigens auch an ge 
wisse Kenner. Der Kenner, dem das Interesse für die 
technischen Vorzüge alles andere in den 
drängt, verdient wegen seiner Schulung im Sehen oder 
Hören gewiss unsere Hochschätzung. Aber die Ver¬ 
achtung des Bedeutungsvollen am Kunstwerk, die sich 
oft genug mit der Kennerschaft verbindet, ist von dem 
einer intellektuellen Höchstwertigkeit 
der Geniessenden zu verurteilen. 
d. Diese Bemerkung führt uns zu der letzten Aus¬ 
legung des highest type of man, die wir zu erörtern 
haben und die als die einzige immanent ästhetische 
Bedeutung des Begriffes bezeichnet werden muss: ich 
meine die Höchstwertigkeit im Sinne eines Maximum 
von specifisch ästhetischer Befähigung. Soweit 
wir es vermögen, 
sollen 
wir so gemessen 
lernen, wie
        

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