Bauhaus-Universität Weimar

Das ästhetische Urteil. 
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c. Wir treten nur zum Teil aus dem Gebiet der 
sittlichen Postulate heraus, wenn wir bei dem „highest 
type of man44 an die Intelligenz denken. Als die 
wertvollste Intelligenz erscheint nns nämlich nicht die 
praktische Klugheit, die dem individuellen Nutzen dient, 
sondern die von subjektiven Interessen freie Weisheit, 
die auf die reine Erkenntnis des Währen, Allgemein- 
gütigen gerichtet ist. Dass auch bei dieser Schätzung 
die sittlichen Forderungen nicht ohne Einfluss sind 
ist leicht zu erkennen. Sie ist sicherlich von dem Ge 
* 
danken an die 
des Menschen“ abhängig; 
ohne dass hierüber eine klare Theorie gebüdet zu sein 
brauchte, wirkt auf unser Urteü die gefühlsmässige 
Überzeugung, dass zu dem wahren Zweck des mensch¬ 
lichen Lebens ein Hin aus greif en über die individuellen 
re, und so halten wir die Weisheit höher 
als die Klugheit. Nun wird ein in dem angedeuteten 
Sinne intelligenter Mann solche ästhetischen Genüsse 
bevorzugen, die Ausblicke auf das „Menschlich Be¬ 
deutungsvolle44, wie es Yolkelt nennt, gestatten, d. h. 
Genüsse, die eine Ausweitung unseres Vorstellens nach 
dem Typischen 
) 
Allgemeinen hin 
bewirken. Daraus ergeben sich ästhetische Beurtei- 
lungen, die der Forderung entspringen, dass man in 
der Kunst nach Vorstellungen und Gefühlen suchen 
solle 
» 
die über 
das 
individuelle Erlebnis 
auf 
das 
Typisch-Menschliche und das grosse, umfassende Welt- 
. Das ist ein Imperativ für alle 
leben 
Genies senden 
die 
sind 
das 
bloss 
Spannende 
dem inhaltlich Bedeutungsvollen vorzu
        

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