Bauhaus-Universität Weimar

Das ästhetische Urteil. 
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Weise ein Wertvolles erreicht werden kann und welche 
Fehler man dabei vermeiden muss, darf er auch die 
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Forderungen stellen, die sich aus seinen Untersuchungen 
— Weiter möchte ich hier die Streitfrage nicht 
i. Eine eindringendere Untersuchung hätte 
sich vor allem damit zu beschäftigen, wie die un- 
bezweifelbare Thatsache wirkt, dass die Psychologie 
genau genommen nicht angeben kann, warum wir 
innerlich berechtigt sind, etwas zu fordern, sondern 
nur, warum wir uns dazu für berechtigt halten und 
fühlen müssen. Nach meiner Meinung muss sich die 
empirische Wissenschaft mit dem letzteren begnügen, 
da das innerliche Berechtigt sein entweder gar nicht 
oder doch nur metaphysisch begründet werden kann. 
Die Untersuchung der Werturteile wurde in dem 
letzten Jahrzehnt besonders durch die Arbeiten von 
Meinong und Ehrenfels, zu denen neuerdings die 
ausgezeichnete Abhandlung von Reischle über „Wert¬ 
urteile und G-laubensurteile“ (Halle, 1900) gekommen 
ist, mächtig gefördert. Für meine Zwecke werden 
die folgenden Feststellungen genügen. Jedes Neu¬ 
urteil „hat“ Wert, sofern es in der früher geschil¬ 
derten Weise eine intellektuelle Besitzerweiterung be¬ 
deutet. Viele Urteile „haben“ Wert, sofern ihr Inhalt 
-♦ 
mit Lust verknüpft ist. Werturteile sind dagegen 
nur solche Erkenntnisakte, die einen Werth „kon¬ 
statieren“. — Haben wir so die Werturteile von 
anderen Urteilen unterschieden, so dürfen wir sie 
zweitens auch nicht mit der blossen Werthaltung 
verwechseln; denn da für uns ein Urteil in der be-
        

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