Bauhaus-Universität Weimar

Die reproduktiven Faktoren des ästhetischen Geniessens. 117 
liehen Faktoren kann wie bei dem Zusammenhängen 
mehrerer Töne demselben Sinnesgebiet angehören oder 
wie bei der Vereinigung von Berührungs- und Tem¬ 
peraturempfindungen verschiedenen Sinnes gebieten ent¬ 
stammen. 2. Diejenige Verwachsung, wo zu gegebenen 
sensorischen Faktoren reproduktive Faktoren hinzu¬ 
kommen, haben wir im folgenden zu behandeln. <->. Die 
entgegengesetzte, wo zu gegebenen reproduktiven In¬ 
halten sensorische Daten treten, hat uns da beschäftigt, 
wo wir von dem Anteil der Organempfindungen an 
der Lesepoesie redeten. 4. Endlich die Verwachsung re¬ 
produktiver mit reproduktiven Faktoren ist gleichtalls 
in der Dichtkunst besonders deutlich, so bei der schon 
besprochenen Wirkung des poetischen Vergleichs. 
Bei dem Hinzutreten von reproduktiven Faktoren 
zu gegebenen sensorischen haben wir nun zuerst ge¬ 
rade wie bei Verwebungen von sinnlichen mit sinn¬ 
lichen Daten zwei Fälle auseinanderzuhalten 5 entweder 
entspringt der reproduktive Faktor demselben oder 
einem anderen Sinnesgebiet. — Entspringt er dem¬ 
selben G-ebiete, so handelt es sich hauptsächlich um 
den Vorgang, den man n Assimilation a genannt hat: 
mit dem sinnlich Gegebenen verwachsen Nachwirkungen 
von früheren ähnlichen Erfahrungen desselben Sinnes 
zu einem nur theoretisch auflösbaren Ganzen. Es ist 
durch geeignete Beispiele leicht nachzuweisen, wie er¬ 
staunlich viel man in den direkten Faktor auf solche 
Weise hineinsieht und hineinhört. Man denke etwa 
an die Zeichnungen, die, wie z. B. die sogenannte 
„ Treppenfiguru, eine doppelte Ausdeutung zulassen.,
        

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