Bauhaus-Universität Weimar

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Drittes Kapitel. 
wird. Auch das gehört nicht zu dem ästhetischen 
Genuss des Objektes, ebensowenig als die mancher¬ 
lei selbständigen Gedankengänge, zu denen wir b e i m 
Anhören eines Vortrags abschweifen, zum Anhören 
des Vortrags zu rechnen sind. (Eine gewisse Ein- 
schränkung dieser Behauptung folgt am Schluss des 
Kapitels. ) 
Damit ist aber nun keineswegs gesagt, dass die 
eigentlichen Associationen für den ästhetischen G-enuss 
wertlos seien. Im Gegenteil, sie sind von grösster 
Bedeutung durch ihre mittelbaren Wirkungen. 
Wenn nämlich die aufgetauchten selbständigen Vor¬ 
stellungen das Bewusstsein erfüllt und die ihnen zu- 
gehörigen Gefühle hervorgerufen haben, so können 
sie genau wie eine andere Erfahrung nach wirken, 
und diese Nachwirkungen können mit der Wahr- 
nehmung des Objektes verwachsen. Mit anderen 
Worten: die allgemeine „Stimmung“, die eine selb¬ 
ständige Association erzeugt hat, kann nachwirkend 
in die Betrachtung des Objektes „eingehen“, d. h. mit 
dieser Betrachtung verwoben werden. Dieser Vorgang 
ist von ausserordentlicher Wichtigkeit für die Poetik; 
er zeigt seinen Einfluss aber auch sonst in unzähligen 
Fällen. Ich habe bei dem Anblick des Matterhorns 
von Zermatt aus wie jeder andere Beschauer sofort 
den Eindruck von etwas aussergewöhnlieh Wildem 
und Drohendem gehabt. Dieser Eindruck erklärt sich 
leicht aus der ganzen Form des Berges, der wie kein 
anderer das Gepräge der Unnahbarkeit besitzt. Eines 
Tages fiel es mir aber auf, dass die Hauptlinien seiner
        

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