Bauhaus-Universität Weimar

Das Komische. 
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zu werden. Im aufserästhetischen Zustande ver¬ 
senke ich mich in das Komische nur darum, weil ich so 
allein den richtigen Griff finde, mit dem ich es dann gering¬ 
schätzig von mir wegschleudere. Die Erhebung meines 
Selbst füllt die Mitte meines Bewufstseins aus, und der 
Augenblick der inneren Nachahmung gleitet schnell und 
unbeachtet vorüber. „Sobald das Lachen anfängt selbst¬ 
süchtig zu werden“, sagt Kuno Fischer, „hört es wenn 
nicht in der Form, doch in seiner Bedeutung auf, ästhetisch 
zu sein“*). Im ästhetischen Zustande dagegen bin 
ich darauf concentrirt, mich ganz in dem Verkehrten zu 
verlieren und nachahmend an seiner Thorheit theilzu- 
nehmen. Dort dränge ich möglichst schnell aus der inneren 
Nachahmung heraus, hier möchte ich möglichst lange darin 
verweilen, denn es belustigt mich, ein bischen „verkehrte 
Welt“ zu spielen. Zeising hat ein feines Gefühl für dieses 
wahrhaft ästhetische Verhalten gehabt, ohne freilich die 
nöthigen Folgerungen daraus zu ziehen. Der verkehrte 
Gegenstand, sagt er (ich gebe seine Worte etwas verändert 
wieder), ladet uns ein, mit unserem grofsen, unermefslichen 
Geiste gefälligst in ihn hineinzukriechen (innere Nach¬ 
ahmung!) und — wir können nicht widerstehen, wir kriechen 
hinein wie ein Kameel in ein Nadelöhr und erklären damit 
gar bescheidentlich auch uns selbst für ein Verkehrtes 
*) K. Fischer, „Diotima“, S. 293.
        

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