Bauhaus-Universität Weimar

Das Erhabene. 
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III. Das Erhabene. 
Der eigenthümliche Charakter einer jeden ästhetischen 
Modification beruht zunächst auf einem aufserästheti- 
schen Eindruck, der „modificirend“ auf die Eigenart des 
ästhetischen Genusses einwirkt. Diese aufserästhetische Be¬ 
dingung besteht nun bei dem Erhabenen darin, dafs der an¬ 
geschaute Gegenstand die normalen Verhältnisse über¬ 
schreitet : das Erhabene ist immer ein Gewaltiges. — Auch 
in dem mathematisch Erhabenen äufsert sich stets ein Ge¬ 
waltiges, also etwas Dynamisches, und es war darum ein 
Mifsgriff Kants, die mathematische und die dynamische Er¬ 
habenheit streng von einander abzusondern*). Man kann 
das extensiv Grofse nicht betrachten, ohne es durch die Pro¬ 
jection der Nachahmungsgefühle in ein dynamisch Grofses, 
also wahrhaft Gewaltiges zu verwandeln, und abgesehen da¬ 
von schliefst das extensiv Grofse thatsächlich immer Kräfte 
in sich, die wir nicht nur fühlen, wenn sie geäufsert werden, 
sondern auch dann, wenn sie latent sind. Auch aus der 
schweigenden Wüste und aus dem ruhenden Meer redet 
eine ungeheure Macht zu uns. 
*) Vgl. hierüber Hartmanns „Aesthetik“, I 381.
        

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