Bauhaus-Universität Weimar

556 Wärme. 
len. sie deshalb beide durch innere Wärmeentwicklung auf 
gleicher Temperatur erhalten werden, so wird diese in dem 
grofsen verhällnifsmäfsig geringer sein dürfen, als im kleinen, 
v Wir haben uns bis jetzt mit der Summe der organischen 
Wärme beschäftigt, die von der Summe aller chemischen 
Processe des Körpers herrührt, und deshalb aus den Endpro- 
duclen derselben berechenbar sein mufs, und haben gesehen, 
dafs die bisher angeslellten Experimente und Beobachtungen 
der chemischen Theorie nicht widersprechen. YVeit schwie¬ 
riger ist es nun, die einzelnen Processe ?a us zu mill ein, bei de¬ 
nen Wärme erzeugt wird, weil wir bei den meisten noch 
keinesweges wissen, welche Stoffe umgewandelt werden, und 
Welche daraus entstehen, bei allen aber die Kenntnifs der 
Wärmequantität, welche dadurch frei werden kann, uns man¬ 
gelt; wir müssen uns deshalb auf einige Einzelnheilen be¬ 
schränken. 
Einmal wird Warme bei der Muskel-Adlon frei, und zwar 
zunächst im Muskel selbst nach den Lhermoelectrischen Un¬ 
tersuchungen von Becquerel und Braschet (Annales des 
sciences naturelles. Nouvelle Série. Tom, ill. p. 272); die¬ 
selben fanden die Temperatur des Biceps brachialis bei mehr¬ 
mals aufeinanderfolgenden Conlraclionen sich steigernd um 
0°,5, bei 5 Minuten lang fortgesetztem Sägen um 1°. In 
Folge dieses Örtlichen Processes vermehrt sich dann auch die 
Warme des ganzen Körpers. JFavi/ fand in seinen ausge¬ 
dehnten Beobachtungsreihen (Philosophical Transactions. 1844 
u. 1845) nach zweistündigen Körperanstrengimgen (Reiten, 
Gehen, Bergsteigen, Fischen) die Temperatur unter der Zunge 
um Ü°,5 — 1° vermehrt; Gierse (Quaenam sit ratio caloris 
organici partium inflamm, etc. Dissertatio) in ähnlichen, zur 
Beobachtung pathologischer Einwirkungen angeslellten Beob¬ 
achtungsreihen bei Hunden, die sich anstrengten, sich von 
ihren Fesseln zu befreien, im Masldann eine Steigerung um 
1 C, Da die grofste Erhöhung unmittelbar in den Muskeln 
statlündet, so müssen wir die Temperatursteigerung zunächst 
aus den daselbst staltfindenden Processen herleitenj es sind 
aber in neueren Zeiten chemische Umsetzungen QFIelmholte, 
über den Stoffwechsel bei der Muskelaclion. Muller's Ar¬ 
chiv. 1845) und electrische S[vöiTiet(duB öis~ Beyntond 9 Borgend* 
Ann. Jan. 1843) daselbst gefunden worden, beide sowohl unter
        

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