Bauhaus-Universität Weimar

Wörme. . 533 
tersiichungen über die Temperatur des Bluts in den blofsge« 
legten Gefäfsen alle hindernden Umstände zusammen, kurze 
Eintauchung der Nadeln, Verschiedenheit in der Stärke des 
Blutflu sses, und daher in der Einwirkung der äufseren Luft 
auf das Blut, und des Bluts auf die Nadeln. Wenn auch die 
höhere Temperatur des Arterienbluts constant vorhanden zu 
sein scheint, so ist doch die gefundene Abkühlung desselben 
bis zur Arteria cruralis hin, wo es durch lauter gleich erwärmte 
Theiïe schnell hindurchfliefst, nicht als erwiesen anzunehmen. 
Beim Venenblule mufs der Natur der Sache nach die Tem¬ 
peratur sehr verschieden sein nach den Theilen, die cs durch¬ 
laufen hat; das, was aus einem arbeitenden Muskel zurück¬ 
kehrt, mufs jedenfalls viel wärmer sein, als was von grofsen 
Flächen kommt. Uebrigens stimmt in Bavy's Versuchen die 
Temperatur des Venenbluts mit der des Mastdarms und bei 
Becquerel und Bröseltet mit der der Muskeln (Carotis 38°,9, 
Vena cruralis 38°,0, Schenkelbeuger 38°,0 — 38°,G). 
Temperatur-Unterschiede der verschiedenen 
Thierarten. Genaue Bestimmungen ihrer Mittel temperatur 
zu geben, ist äufserst schwer, wie sich aus der eben gemach¬ 
ten Aufzählung der verschiedenen Variationen ergiebt; sie 
nach vereinzelten Beobachtungen anzugeben, ist gar nicht mög¬ 
lich. Es ist sogar schwer zu bestimmen, weiche Tempera¬ 
tur überhaupt als eine constante zu Grunde gelegt werden 
darf, und wie wir alle Momente reguliren müssen, um zu 
festen Resultaten in den Beobachtungen zu kommen. Vor¬ 
läufig könnte man nach der mittleren Temperatur des Venen¬ 
bluts (rechten Herzens) fragen, mit der wohl die des Masb- 
danns meist übereinslimmen möchte, bei ruhiger Lage des 
Thiers und der mittleren Temperatur seiner gewöhnlichen 
Umgebung- In den bisherigen Beobachtungen (zusammenge¬ 
stellt in Tiedemann's Physiologie, Bd. J. S, 454, und Berger 
in den Mémoires de la soc. de phys. et d’hist. natur. de Ge¬ 
nève. Tome VI. p, 258 und VII. p. 1) ist auf die meisten 
dieser Momente keine Rücksicht genommen ; aufserdem finden 
sich beträchtliche Unterschiede, die offenbar nur von Diffe¬ 
renzen der Thermometer herrühren; so sind z. B. alle An¬ 
gaben von Pallas höher, alle von J. Hunter niedriger, als 
die anderer Beobachter. Als Beispiel für die Gröfse der Ab¬ 
weichungen wollen wir nur den Hund anführen, für den wir
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.