Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Plethysmographische Untersuchungen über die Gefässnerven der Extremitäten [Aus dem physiologischen Laboratorium der Harvard Medical School, Boston, Ver. Staaten, Offprint]
Person:
Bowditch, H. P. J. W. Warren
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39622/1/
Plethysmographische Untersuchungen über die Gefäfs- 
nerven der Extremitäten. 
(Aus dem physiologischen Laboratorium der Harvard Medical School, Boston, 
Ver. Staaten.) 
Vorläufige Mitteilung von Prof. H. P. Bowditch und Dr. J. ff. ffarren. 
' Die Annahme, dass die Hauttemperatur nur vom Grade der 
Gefäfsausdehnung abhängig ist, bildet die Grundlage der neuesten 
Untersuchungen über die Gefälsnerven der Extremitäten. Obgleich 
diese Annahme eine grofse Wahrscheinlichkeit hat, so sind die Angaben 
der verschiedenen Autoren darüber so widersprechend, dass eine neue 
Prüfung der Tätigkeit der betreffenden Nerven mittels einer anderen 
Methode wünschenswert erscheint. Wir haben also plethysmogra¬ 
phische Experimente unternommen, um den Einfluss der Nerven- 
reizung auf die Blutfülle des Beines zu bestimmen. Da die Ver¬ 
suche vorübergehend unterbrochen sind, wollen wir einige Ergebnisse 
jetzt schon mitteilen: 
1) Reizung des peripherischen Endes des frisch durchschnitte¬ 
nen N. ischiadicus einer curarisirten Katze mittels tetanisirender 
Induetionsströme von 6"—15" Dauer konnte sowohl Voulumzu- als 
-Abnahme bewirken. 
2) Rasch auf einander folgende Inductionsschläge (16 — 64 in 
einer Secunde) bringen in der Regel eine Zusammenziehung der 
Gefäfse (Volumabnahme des Beines) hervor, während eine langsame 
Reizung (4—0,2 Schläge in einer Secunde) von einer Dilatation 
gefolgt wird (vgl. Cbl. 1877, S. 210). 
3) Inductionsschläge von mäfsiger Frequenz verursachen an¬ 
fänglich eine Zusammenziehung, sodann eine Ausdehnung der Ge¬ 
fäfse. Bei 42 Versuchstieren kam es nur einmal vor, dass die Aus¬ 
dehnung voranging. 
4) Bei einigen mit besonders genauer Zeitbestimmung aus^ 
geführten Versuchen hatte der Constrictionsvorgang eine latente 
Periode von 1,5", während die Latenzzeit für eine Dilatation ca. 
3,5" beträgt. 
5) Die Gefäfserweiterung kann die Reizung oft einige Minuten 
überdauern, während die Gefäfsverengerung gewöhnlich mit dem 
Reiz aufhört. 
Der Einfluss der Temperatur und der seit der Nervendurch¬ 
schneidung verflossenen Zeit auf diese Erscheinungen wird den Inhalt 
einer späteren Untersuchungsreihe bilden. 
Gedruckt bei L. Schumacher in Berlin.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.