Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Der elektromagnetische Telegraph in den einzelnen Stadien seiner Entwicklung und in seiner gegenwärtigen Ausbildung und Anwendung nebst einer Einleitung über die optische und akustische Telegraphie und einem Anhange über die elektrischen Uhren
Person:
Schellen, H.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39609/106/
94 dritter 2lbfd)tutt. dritte Stbtheilung. 
Eg i|ï fogleid) erftchtlicb, trie mitteljï biefeg SKûcfteitungêbraf)teô unb einer 
jeben bec 5 Wultiplicatorbrdhte jebe 07abet einzeln unb unabhängig ron 
ben anbern fabeln ffd) nad) belieben linfg unb red)tg ablenfen lagt, 
troburd) $u ben obigen 20 Signalen nod) 10 neue hin^ufommen. — 
97ad) biefem Spjïeme courbe eine Telegraphenlinie im 3ahre 1840 
ron ben beiben Erftnbern auf ber ©reat*50ejïernsEifenbahn 45) eingerichtet, 
bei welcher bie triffenfchaftlichen Unterfuchungen hinftd)t(id) ber gdbigfeit 
beg galranifchen Stromeg, Wagnetnabeln in bebeutenber Entfernung abs 
lenfen ju fönnen, ron ber Erfahrung vollfommen betätigt würben. 
Diefer Telegraph trat nämlich mit mehreren 3wifd)enjlationen auf 
eine Entfernung ron 39 engl. Weilen, alfo für eine ron bem Strom $u 
burchlaufenbe Drahtldnge ron 78 Weilen auggefuhrt unb mehrere 23e= 
richte barûbet ron ber auêerwdhtten Etfenbahn*Eommiffton jïimmten 
barin überein, bag er feinen 3wecf auf eine jurerldfftge unb bewunberng* 
werthe 5öeife erfülle. Da bie 97abeln fehr leicht beweglich ftnb unb we= 
gen beg Uebergewichteg beg untern Enbeg fchnell jur 97uhe fommen, babei 
bie Wanipulationen beg Telegraphen fef)r einfad) ftnb, fo i\i biefer 07a-' 
beltelegraph jut fchnellen Eorrefponbenj ganz geeignet; aber bie rielen £ei= 
tunggbrdhte unb Wultiplicatoren erfchweren bie Sfolation in Iwhent ©rabe 
unb erhöhen bag Anlage Kapital fehr bebeutenb. Die Wogten betrugen 
ndmlid) bei ber erjïen Tfugfuhrung 250 — 300 $)funb Sterling (1750 
— 2100 ThIr.) für jebe englifche Weile unb bie weitere gortfegung bie* 
fer irtnie big SSrifîot mugte aug biefer 97ucfftd)t unterbleiben. 
Eoofe46) harte bei ber Eonfïruction feiner erjïenTelegraphen haupt* 
fachlich ihre Tlnwenbung bei Eifenbahnen im 2(uge, unb fud)te burd) Ein- 
fuhrung berfelben einegtheilg bie ©efahren ju befeitigen unb ben betrieb 
ju ftchern unb §u rermehren, anberntheilg mit einer einfachen Schienen* 
fpur eine grögere Sicherheit zu erreichen, alg bieher bie hoppelten Sd)ie* 
nen gewahren fonnten. Da zur Erreichung biefer gweife einfache Sig* 
nale augreichten, fo beftanben feine Telegraphen fur jebe Station nur aug 
einer 23olta’fd)en Sdule unb aug einem Wulttplicator mit 07abel, welche 
leitete auf ihrer verlängerten Tfpe vor einem 3tff^rblatte einen Seiger trug 
unb biefen bei ihrer Tfblenfung mitbewegte. Die Wultiplicator * Enben 
einer jeben Station waren mit einem $anbgriffe Derart verbunben, bag 
jte burd) eine Drehung beffelben entweber mit ben *Polen ber ^Batterie 
ober mit ben jwei $auptbraf)tleitungen verbunben werben fonnten, je 
nad)bem man eine 97ad)rtcht geben ober ftd> zum Empfangen berfelben in 
SSereitfchaft halten mugte. Die jwei einfachen Tlblenfungen ber 97abel 
bezeichnten blog bie auf einen Dampfmagenzug bezüglichen Sßorte »her« 
unb »hin“* 
Ein folcheg Telegraphen *Spfïem, nad) welchem jeber Apparat nur
        

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