Bauhaus-Universität Weimar

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Fig. 11 ist eine Seitenansicht des am andern Ende aufgestellten 
Wasserbehälters FG, durch dessen Boden KL die Stifte H I gehen, 
welche am untern Ende H mit den Leitungsdrähten D verbunden sind 
und bei I vergoldete Spitzen haben, an welchen die Gasentwickelung 
stattfindet. Auf der Aussenseite des Gefässbodens K L sind die Buch¬ 
staben und Zahlzeichen angebracht, welche denen auf A B in Fig. 10 
entsprechen. — In Fig. 17 ist eine solche Spitze einzeln in grösserem 
Maassstabe dargestellt. 
Fig. 12 ist eine Seitenansicht des Apparates Fig. 10, und Fig. 13 
eine Seitenansicht des Apparates in Fig. 11. In die grösseren Löcher E, 
Fig. 12, werden zwei Vorstecker M u. P (in Fig. 16 u. 15 besonders 
abgebildet) mit ihren runden Enden N n. Q eingesteckt, um die von den 
Polen der hier nicht mit abgebildeten VoLTA’schen Säule kommenden 
Drähte O u. R mit den Stiften C E zu verbinden. Einer dieser Vor¬ 
stecker, z. B. P, kommt von dem positiven, und der andere, M, von dem 
negativen Pole, und da auf diese Art an dem andern Ende jedesmal in 
zwei Röhren zugleich Gasentwickelung eintritt, so ist im Allgemeinen 
festgesetzt, dass durch das positive Ende der erste, durch das negative 
der zweite Buchstabe bezeichnet werden soll. 
Es lässt sich aus dem Bisherigen leicht entnehmen, dass sich sehr 
einfache Regeln für das wirkliche Telegraphiren mit diesem Apparate 
aufstellen lassen, dass aber der Apparat vorzüglich durch die grosse 
Menge der zu legenden Leitungsdrähte und die Nothwendigkeit, am an¬ 
dern Ende mit gespannter Aufmerksamkeit einer doppelten und dabei 
noch verschiedenen Gasentwickelung entgegenzusehen, an Einfachheit und 
Bequemlichkeit des Gebrauchs verliert. 
Oerstedt’s Entdeckung vom Jahre 1819, dass ein galvanischer 
Strom, neben einer beweglichen Magnetnadel vorbeigeführt, auf dieselbe 
wirkt und sie aus ihrer Gleichgewichtslage ablenkt, gab ein neues Mittel 
an die Hand, Zeichen durch galvanische Ströme in bedeutender Entfer¬ 
nung hervorzurufen ; Fechner machte daher in seinem Lehrbuche des 
Galvanismus (Voss, 1829) S. 269 darauf aufmerksam, dass sich die 
elektro - magnetischen Wirkungen der galvanischen Strömung weit vortheil- 
liafter zur Zeichengebung eignen würden, als Sömmering’s Wasserzer¬ 
setzung, und führt als Beispiel an, dass man die Drähte von 24 Multi- 
plicatoren, die in Leipzig aufgestellt wären, bis Dresden führen und dort 
mit einer Säule abwechselnd verbinden könnte, um Nachrichten von dort 
nach Leipzig zu bringen ; ja er wagt schon vorauszusagen, dass viel¬ 
leicht später einmal eine solche Verbindung zwischen dem Centralpunkte 
einer Regierung und den verschiedenen Unterbehörden eingerichtet wer-
        

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