Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Beiträge zur Kenntnis der pflanzlichen Phosphatide. II. Mitteilung
Person:
Winterstein, E. O. Hiestand
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39593/18/
Beiträge zur Kenntnis der pflanzlichen Phosphatide. II 305 
niederer Temperatur zum Sirup eingedunstet. Der Sirup wurde 
nun nach den Angaben von Toi lens mit Salpetersäure (d — 1,15) 
oxydiert, in das Gemisch wurde eine Spur Schleimsäure ein¬ 
getragen und einige Zeit stehen gelassen, wobei sich weiße 
sandige Krystalle ausschieden, welche auf ein gewogenes Kilter 
gebracht, mit etwas Wasser ausgewaschen und gewogen wurden. 
Die Ausbeute betrug 0,76 g. Die Krystalle schmolzen bei 216° 
und lösten sich leicht m verdünnten Alkalien. Bei der Oxy¬ 
dation des Sirups war also Schleimsäure entstanden, was auf 
das Vorhandensein eines Galaktoserestes hindeutet. Da man 
nach den auf Seite 303 beschriebenen Versuchen1 aus 20 g des 
Präparates etwa 3,3 g Zucker abspalten kann, so berechnet 
sieh aus der erhaltenen Schleimsäuremenge ein Gehalt von 
30°/o Galaktose.1) Da der für diesen Oxydationsversuch ver¬ 
wendete Sirup neben Hexosen auch noch andere Verbindungen 
einschloß, kann man wohl nicht erwarten, daß die Oxydation 
so glatt verläuft, wie bei Anwendung reiner Galaktose, und es 
ist daher fraglich, ob man auch in unserem Kalle zur Berech¬ 
nung der vorhandenen Galaktosequantität aus der erhaltenen 
Schleimsäuremenge den von Tollen*' angegebenen Kaktor V# 
benützen darf. 
Jedenfalls aber beweist dieser Versuch das Vorhanden¬ 
sein von Galaktose; daß aber daneben sich noch andere Zucker« 
allen vorfinden, geht aus der relativ niederen Schleirosäure- 
ausbeute bei der Oxydation des Sirups hervor und ergibt sich 
ferner aus der Tatsache, daß wir beim Erhitzen eiii.es in ähn¬ 
licher Weise erhaltenen zuckerhaltigen Sirups mit essigsaurem 
Phenylhydrazin ein Osazon erhielten, welches nach dem üm- 
ki ystallisieren bei 204° schmolz. Da nun das Galaktosazon 
nach Eischer bei 193—194, das Glukosazon bei 205° schmilzt, 
schloß der Sirup also wohl auch Glukose ein. 
Spaltungsversuche mit dem Phosphatid aus 
Weizenmehl. 
Obgleich es uns nicht gelungen w*ar, aus unseren Aus- 
P.mgspräparaten reines Lecithin abzuscheiden, ist es doch nicht 
') Bezogen auf die Gesamtmenge der vorhandenen Kohlenhydrate. 
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