Bauhaus-Universität Weimar

Beziehung zwischen Stromdichte und Zuckung. 
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man mit dem Strome, zu dessen Erzeugung diese Oxydation 
nothwendig ist, durch Vermittelung eines Nerven und Muskels 
eine bestimmte Menge Arbeit leisten könne.1 
Dieser Gedanke ist so mafslos falsch, dals man in der That 
nicht weifs, wo man zuerst anfassen soll, um ihn zu widerlegen. 
Ich will aber so sagen. Der Gedanke würde richtig sein, wenn 
1. es die Elektricitätsmcnge selber wäre, die durch den Nerven 
hindurch geht, wonach sich die Starke der Zuckung richtet; 
2. wenn der Arbeit, welche der Muskel leistet, in dem Nerven, 
welcher, selbst elektrisch erregt, den Muskel zur Bewegung an¬ 
regt, ein mechanisches Krafläquivalent entspräche. Was ich hie- 
ffiit meine, wird unten deutlich werden; halten wir uns zuerst 
Dur an den erst bezeichneten Punkt. 
Ich habe in dem Berichte über 1845 das allgemeine Gesetz 
der Nervenerregung durch den elektrischen Strom mitgetheilt, 
wonach es nicht die Stromstärke in ihrer beständigen Höhe, son¬ 
dern die positiven und negativen Veränderungen der Stiomdich- 
tigkeit in dem Nerven sind, auf welche die Bewegungsnerven 
*uit Zuckung antworten. Die Anregung zur Bewegung fällt um 
so gröfser aus, je gröfser die Veränderung in der Zeiteinheit. 
Wir wissen nicht, wie der Anfang, wie das Ende eines Stromes 
^schaffen sind, ob die stärkere Erregung, die das Hereinbrechen 
0(fer Austreten eines stärkeren Stromes verursacht, davon her¬ 
rührt, dafs in derselben Zeit eine gröfsere Veränderung der Strom¬ 
dichte im Nerven vorgegangen ist, oder davon, dafs eine er 
Zeiteinheit gleich grofse Veränderung längere Zeit gedauert hat. 
Aber gleichviel, wir wissen wenigstens eines, dafs es ic , 
*enn wir uns die Stromdichte in jedem Augenblicke als Ordinate 
auf die Zeit als Abscisse aufgetragen denken, nicht der Flachen- 
raum der entstehenden Curve ist, von dem die Gröfse er 
regung zunächst abhängt, sondern das Integral über eine un 
säuuntlicher Differentialquotienten der Curve, multipbcirt mi er 
1 Mesure de la force nerveuse développée parif CollIvj^^5(,3^?—. 
d. Ch. et d. Ph. XI. 403*; XII. 255V- des 
Phll°8- Mag. XXVI. 176; — Leçons sur les P5o4.q_~ Un- 
*>T>s organisés. Paris 1847. p. 303*; — Berl. Ber. lS4o. , 
Buchungen Bd .1. S. 275. 
2 S. a. a. 0. S. 504; — Untersuchungen Bd. I. S. 2oS. - 
Oben S. 405-
        

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