Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Einige türkische Volkslieder aus Nordsyrien und die Bedeutung phonographischer Aufnahmen für die Völkerkunde
Person:
Luschan, Felix v.
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39584/26/
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fülirungen dem Bildungstriebe der breiten Schichten desYolkes entgegen- 
kommen müssen — da darf dann auch das Grammophon nicht fehlen. 
Indische, chinesische, arabische Musik z. B. ist so durchaus eigenartig, 
dass es mir direkt als eine Pflicht eines ethnographischen Museums er¬ 
scheint, sie durch das Grammophon auch all denen nahe zu bringen, die 
sonst niemals und auf keine andere Weise auch nur eine annähernde 
Yorstellung von ihr erhalten könnten. Ebenso liegt es nahe, auch 
charakteristische Proben von afrikanischer und amerikanischer Musik, von 
polynesischen Liedern nun einem grösseren Kreise zugänglich zu machen; 
ganz dasselbe aber gilt auch von Sprachproben. Das Publikum hat ein 
Recht zu fragen, wie wohl die Sprachen der Menschen klingen, deren 
Waffen und Geräte, Schmucksachen und Kleider wir ihm vor Augen 
stellen. 
So wird ein grosses ethnographisches Museum künftighin neben dem 
wissenschaftlichen Archiv für phonographische Aufnahmen auch eine Reihe 
von Grammophonzellen vorsehen müssen, die auch dem grossen Publikum 
zugänglich sind. Wie solche Zellen einzurichten und vor allem akustisch 
genügend zu isolieren sein werden, wird die Erfahrung bald zeigen. 
Selbst Yersuche, phonographische und kinematographische Aufnahmen 
desselben Yorganges gleichzeitig vorzuführen, sind schon mehrfach gemacht 
worden. Sie sollen einstweilen noch nicht vollkommen befriedigend aus¬ 
gefallen sein, aber es unterliegt doch gar keinem Zweifel, dass uns in 
einer solchen Kombination in vielleicht nicht allzuferner Zukunft ein 
Unterrichtsmittel allerersten Ranges geboten sein wird.
        

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