Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Pianoforte in seinen akustischen Anlagen
Person:
Hansing, Siegfried
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39581/97/
Saitenmensuren. 
89 
Natürliche 
Saitenlänge 
Differenzlänge 
Mensur¬ 
länge 
cs 
c4 
(5,2 X 2) = 10,4 cm 
r~ 
minus (10,4 : 16) = 0,65 cm 
5,2 cm 
= 9,75 cm 
c! 
(9,75 X 2) = 19,50 cm 
minus (19,50 : 16) • 1,219 cm 
= 18,281 cm 
c2 
(18,281 X 2) =36,562 cm 
minus (36,562 : 16) = 2,285 cm 
= 34,277 cm 
c1 
(34,277 X 2) = 68,554 cm j 
minus (68,554 : 16) = 4,285 cm 
= 64,269 cm 
c 
(64.269 X 2) = 128,538 cm 
minus (128,538 : 16; = 8,034 cm 
= 120,504 cm 
C 
(120,504 X 2) = 241,008 cm ! 
minus (241,008 : 16) = 15.063 cm 
= 225,945 cm 
Dr. Oskar Paul führt in seiner „Geschichte des Klaviers“ 
auf Seite 142 ein Aktenstück aus dem Jahre 1811 von der 
Firma Wachtl & Bleyers in Wien an, in dem diese Firma ihre 
Einrichtungen und Behandlungsweisen der in Arbeit begriffenen 
Pianos zur Kenntnis des Publikums bringt, aus dem ich nach¬ 
stehende beachtenswerte Notiz entnehme: 
,,An der Mensur gabs am meisten zu feilen, diese war durch 
mechanische Tradition und vermeintliche Verbesserungen so 
sehr verstümmelt, daß kein ursprüngliches Oktaven Verhältnis 
mehr zu entdecken war. Wie sehr die Gleichheit der Klänge 
unter einer verstümmelten Mensur und unter einer Besaitung, 
deren Nummern keine Proportion haben, leidet, ist leicht zu 
ersehen. Zwar wird mancher hierauf erwidern, man könne 
durch geschickte Belederung die Gleichheit der Klänge her- 
stellen. Wohl ja, aber wie lange wird diese erzwungene Gleich¬ 
heit dauern? Durch einen genau angestellten Versuch, wozu 
zwei eigene Apparate und ein Einsaiter verfertigt werden 
mußten, wurde die Länge, die Dicke der Saite und die vorteil¬ 
hafteste Spannung für die Töne f3 und klein f bestimmt. Aus 
diesen Tönen wurden die übrigen einzuschaltenden 47 Töne, 
welche eine geometrische Reihe bilden müssen, entwickelt und 
hieraus ergab sich unser Oktavenverhältnis — 1 : 1,9458608.“ 
Ob nun Wachtl & Bleyers durch ein solches Saitenver¬ 
hältnis, wie es aus dieser Zahl hervorgeht, eine wesentliche 
Verbesserung ihrer Instrumente getroffen haben, möchte ich 
sehr bezweifeln. Interessant aber ist es, zu beachten, daß 
gerade die besten Praktiker ihre Mensuren so gekürzt kalten, 
daß hiernach meine theoretischen Angaben mit der Praxis 
ziemlich übereinstimmend sind. Die Verhältniszahl, die
        

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