Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Pianoforte in seinen akustischen Anlagen
Person:
Hansing, Siegfried
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39581/68/
60 
Das Pianoforte in seinen akustischen Anlagen. 
geben, bestätigt finden; die Pfeifen einer Orgel haben z. B. 
für die tieferen Töne immer eine weitere Mensur wie für höhere 
Töne, außerdem haben die weitmensurierten Pfeifen eine größere 
Mundöffnung als die engmensurierten, diese Anordnung ist nicht 
willkürlich, sondern es ist Gesetz. Wollen wir *es einmal ver¬ 
suchen, den langen Pfeifen für die tieferen Töne eine so enge 
Mensur zu geben, wie es den Pfeifen für höhere Töne zukommt, 
so hören wir von solchen Pfeifen anstatt des Grundtones die 
Teiltöne der Pfeifen. Ein Trompeter vermag uns in gleicher 
Weise zu belehren, denn er hat, um seinem Instrumente hohe 
Töne zu entlocken, die Lippen enger aneinander zu schließen, 
als bei tiefen Tönen. Ein gleiches Verhältnis finden wir in 
sprechendster Weise hierfür bei einem Piano vor; für die 
tieferen Töne sind Saiten von größerem Umfange und Hämmer 
mit breiterer Stirn genommen, als für höhere Töne, und nur 
aus dem Grunde, weil die tieferen Töne einen größeren Umfang 
des Stoßes beanspruchen, als die höheren Töne; wollten wir 
aber einmal die Verhältnisse in umgekehrter Ordnung ver¬ 
tauschen, so würden wir den Mißgriff bald genug erkennen. 
Die Breite der Töne darf hierbei nicht mit ihrer Kraft ver¬ 
wechselt werden, so hat z. B. der grelle Pfiff aus einer Dampf¬ 
maschine weit mehr Kraft, als der Ton einer Posaune, aber die 
Stöße des Posaunentones haben einen größeren Umfang wie die 
des schrillen Tones einer Dampfpfeife. Dies haben wir nun 
bei der weiteren Betrachtung der Kombinationstöne zu beachten. 
Also bei dem Zusammenklange eines Prim- und Oktaven¬ 
tones kann kein Kombinationston auf kommen; es ist ein Auf¬ 
gehen des einen Intervalls in das des anderen, dessen Ergebnis 
zu einem Einklang führen würde, wenn nicht, wie oben an¬ 
gegeben, andere Erscheinungen diese verhindern würden. Bei 
dem Zusammengehen einer Prime und Quinte ist das Ergebnis 
ein anderes. Die Anzahl der Stöße einer Quinte verhalten sich zu 
denen der Prime, wie die Zahlen 3:2. Es gibt also die Quinte in 
demselben Zeiträume drei Stöße, in dem die Prime deren zwei hat. 
Fig. 3.
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.