Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Pianoforte in seinen akustischen Anlagen
Person:
Hansing, Siegfried
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39581/66/
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Das Pianoforte in seinen akustischen Anlagen. 
So wie bei dem Gange zweier Uhren und aus den zu 
verschiedenen Zeiten fallenden Schlägen verschiedene Zwischen¬ 
pausen entstehen, so bilden sich auch bei dem Zusammenklange 
zweier oder mehrerer Töne, deren Stöße in verschiedene Zeit¬ 
räume fallen, Intervalle, die nicht im Einklänge dieser Töne 
vorhanden sein können; aus solchen eingeschlichenen Intervallen 
entstehen die Kombinationstöne. 
Wir wollen uns zunächst die Intervallverhältnisse zweier 
Töne durch ein Längenmaß bildlich vorführen und dabei einige 
Kombinationstöne ermitteln. Bei Tönen, die im Einklänge 
stehen, können, weil nur ein Intervall vorhanden ist, keine 
Kombinationstöne auf kommen, so z. B. bei den drei Saiten eines 
Chores auf dem Piano. Auch bei Prime und Oktave findet 
ein ähnlicher Einklang statt, sodaß auch hier Kombinations¬ 
töne ausgeschlossen sind. 
Fig. 2. 
Angenommen, die Linie y—r sei das Längenmaß für das 
Tonintervall C; diese sei die Prime, c die Oktave und y der 
Punkt, von dem die Stöße dieser beiden Töne ausgehen. So¬ 
bald der zweite Stoß des Tones C erfolgt, hat der erste eine 
Wegstrecke von y aus zurückgelegt, die hier gleich y — r ist, 
sodaß also das Intervall des Tones C gleich y—r ist. Die 
Oktave hat die doppelte Anzahl Stöße; wenn die beiden Töne 
zusammen in Anschlag kommen, so wird das Intervall der 
Prime durch den Zwischenstoß der Oktave in der Mitte geteilt. 
Denken wir uns. wir ständen vor einer ruhigen Wasserfläche 
und hätten zwei weiße und drei schwarze Stein dien zur Hand, 
die wir nun auf das Tempo „eins—und—zwei“ auf einen be¬ 
stimmten Punkt der Wasserfläche werfen. Der Wurf eines 
weißen Steinchens vertritt hierbei den Stoß der Prime und der 
eines schwarzen Steinchens den einer Oktave. Auf Tempo „eins“ 
werfen wir ein weißes und ein schwarzes Steinchen zu gleicher 
Zeit in den betreffenden Punkt der Wasserfläche. Der Doppel¬ 
wurf gibt, da beide Steinchen zu gleicher Zeit auf einen Punkt
        

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