Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Pianoforte in seinen akustischen Anlagen
Person:
Hansing, Siegfried
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39581/231/
Raum-Akustik. 
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wie die der Lichtwellen verhält. Die Reflexion der Lichtwellen 
ist aber ganz von der Materie der Körper, von denen die Reflexion 
ausgeht, abhängig. Die Lichtwellen brechen sich nicht an der 
Wandfläche, sondern sie werden vielmehr von der Fläche aus¬ 
gestrahlt. Wählen wir als Beispiel zwei Wandflächen, von denen 
die eine einen schwarzen, die andere einen weißen Anstrich hat: 
die schwarze Fläche verschlingt die Lichtwellen und erstickt 
sie, die weiße Fläche hingegen strahlt die auf sie fallenden 
Lichtwellen wieder aus. Würden sich die Lichtwellen an der 
Fläche brechen, so müßte solches auch an der schwarzen Fläche 
geschehen; da dieses aber nicht der Fall ist, so ist auch mit 
Sicherheit anzunehmen, daß die Materie des Farbstoffes die 
Reflexion der Lichtwellen ausführt. So ähnlich verhält es sich 
auch mit der Reflexion der Klangwellen und ebenso, wie nun 
die Lichtwellen unter demselben Winkel, wie sie die Wandfläche 
treffen, reflektiert werden, so werden auch die Klangwellen 
unter demselben Winkel, wie sie auffallen, bei der Reflexion 
wieder zurückkehren. Die reflektierten Lichtwellen geben erhöhten 
Lichtglanz und in derselben Gleichstellung geben auch die 
reflektierten Klangwellen erhöhte Klangfülle. Es ist nicht, wie 
gemeinhin angenommen wird, der geringe Abstand der Wände 
der Grund, weshalb ein besonderes Lautwerden (Echo) der zurück¬ 
gekehrten Schall- oder Klangwellen unterbleibt, sondern diese 
werden deswegen nicht besonders laut, weil ihre Kraft nicht 
ausreichend ist, die direkten Wellen zu überbieten; auch ist die 
Möglichkeit eines Nachhalls in Räumen ja nicht ausgeschlossen. 
Uns soll die Frage einmal beschäftigen, wodurch die Möglichkeit 
eines Nachhalls in Räumen gegeben ist. Diese Frage ist nicht 
so schwer zu beantworten, wie es momentan den Anschein haben 
kann. Ein Nachhall wird in einem Raume entstehen, sobald 
zwei sich gegenüberstehende Wände in Korrespondenz treten. 
Die Korrespondenz der Wände kann einesteils durch die Bauweise 
unterstützt werden, anderenteils aber ist es ganz besonders die 
Materie der Wände, die für die Klänge empfänglich sein muß. 
Die Korrespondenz der Wände läßt sich dadurch nachweisen, 
daß es nicht möglich ist, den Nachhall durch nur eine Wand 
herzustellen. Was nun die Bauweise anbetrifft, so lassen sich 
durch diese die Klangwellen mehr oder weniger nach einer
        

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