Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Das Pianoforte in seinen akustischen Anlagen
Person:
Hansing, Siegfried
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/image/lit39581/21/
Das Lautwerden der Körper. 
is 
Da nun das Ohr für Stöße empfänglich ist und beim 
Empfinden der Stöße den Zeitraum, der zwischen den geregelten 
Stößen liegt, mißt, so bleibt es jedem Menschen überlassen, die 
Sinneswerkzeuge des Ohres durch Übung, im besonderen durch 
scharfe Unterscheidung der Stöße und der Dauer der Intervalle 
auszubilden. 
Bei der Ohrskala muß auch der Charakter eines Tones aus 
der Tonhöhe hervorgehen und zwar, wie Helmholtz angibt, aus 
den Obertönen des Grundtones. Diese Annahme ist so un¬ 
denkbar und die Beweisführungen hierfür bringen eine heillose 
Verwirrung mit sich, doch hiervon später. Tyndall scheint 
gleichfalls keine allzugroße Meinung von einer Gehörskala im 
Ohre zu haben, denn er spricht sich hierüber wörtlich folgender 
maßen aus: „Jedes musikalische Zittern, weiches auf dieses 
Organ fällt, wählt sich unter seinen gespannten Fasern die¬ 
jenigen aus, die seiner eigenen Tonhöhe entspricht, und versetzt 
diese Faser in eine gleichstimmige Schwingung. Auf diese 
Weise können jene mikroskopischen Saiten jede Bewegung der 
äußeren Luft, sei sie auch noch so verwickelt, analysieren und 
in ihre Bestandteile zerlegen. In diesen Schlußbemerkungen 
habe ich gesucht, Ihnen in wenigen Worten die Ansichten mit¬ 
zuteilen, welche gegenwärtig von den hauptsächlichsten Autori¬ 
täten inbezug auf die Weiterführung der tönenden Bewegungen 
zu den Gehörnerven gehegt werden. Ich fordere Sie nicht auf, 
diese Ansichten als feststehend, sondern nur als wahrscheinlich 
zu betrachten. Sie zeigen die Erscheinung in zusammenhängender 
und verständlicher Form ; und sollten sie einst durch eine 
richtigere und umfassendere Theorie ersetzt werden, so wird 
man gewiß finden, daß das Wunder durch die Feststellung der 
Wahrheit nicht gemindert sein wird.“ 
Um von der Empfindung der Stöße, die regelmäßige und 
von denen, die unregelmäßige Zwischenpausen haben, eine Vor¬ 
stellung zu erhalten, treten wir die Fahrt im Eisenbahnwagen 
noch einmal an. Wir alle haben wohl schon in einem solchen 
Wagen gesessen, der Stöße mit regelmäßigen Zwischenpausen 
hatte, und wer von uns hätte dabei nicht unwillkürlich in Ge¬ 
danken den Takt 1-2-1-2 usw. gezählt. Während der Bewegung 
des Wagens, bei der ein solches Taktmaß vorhanden ist, sind
        

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